Happy Eastereggs!

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Sooo, da wären wir also endlich am Ostergabentisch angelangt, nähern uns mit großen Schritten dem Osterlamm aus Marmorteig, verziert mit Buttercrèmetupfen, strecken schon gierig die Hände nach ihm aus und hätten in dem ganzen Ostertrubel beinahe vergessen: Hiermit ist auch das Ende der Fastenzeit erreicht. Und wie. GRAN-DI-OS!!!
Tschakka! Hosianna! Es geschehen noch Zeichen und Wunder!
Frau Nuehm, ihres Zeichens eine völlig verlotterte, disziplinlose Person, jederzeit dem sich Gehenlassen nicht abgeneigt, eine Liebhaberin des Müßiggangs und Expertin der Anfänge aller Laster, hat sich in den letzten sieben Wochen – sogar schon zehn, harhar! – in eine stählerne Eisengestalt verwandelt, eine asketische, mönchartige Figur mit den Umrissen von A. Schwarzenegger, Heidi Klum und Angela Merkel und verleiht sich hiermit mal eben selbst das Eiserne Kreuz. DING.
Leset die frohe Botschaft, Blogjünger: Null Ausnahmen, null Zucker, null Mehl-Kartoffeln-Nudeln-Gedöns. Sieben Wochen eisenharte Strenge, Selbstbeherrschung vom Feinsten, Entsagung und Entbehrung, Frondienst auf den Feldern, auf denen nur Haferkleie, Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch wuchsen.
Jawoll! Nimm dies Waage – Fußtritt!
Und das, obwohl ich in den Fängen meines sonderbaren Romans gefangen, dermaßen unter Druck stand wie die gesamte sibirische Gaspipeline unter der Leitung von Gregor (???) Putin. (Vielleicht auch Pjotr? Wassili? Vitali?)
Tja, wie ich das geschafft habe?
Keine Ahnung, ich habe keinen blassen Schimmer. Ich vermute stark, dass mich diese Just do it-Reklame infiziert hat und irgendwann dachte ich halt:
Okay, dann tu’s einfach. Machs halt, macht ja eh keiner für dich, also mach es. MACH ES! MACH ES VERDAMMT!!!
Hmm, kann aber auch sein, dass ich ein paar Terrier-Gene in mir trage und mich in ne Art Berti Vogts verwandelt habe, nur halt in weiblich, in schön und auch in nett. Genaueres weiß man aber nicht. Die besten Dinge im Leben sind eigentlich immer die, die man gar nicht so richtig erklären kann, weder sich selbst noch Anderen.
Ha, und wenn Sie jetzt denken, “Was für ein beschissen weiser Spruch. Jetzt müsste ich selbst soooo dringend abnehmen, aber verrät diese Kanaille Nuehm mir wie es geht? Natürlich nicht! Manchmal könnte ich diese Type echt am nächsten Baum aufknü…” Tja, dann tun Sie es ruhig. Mich hält der Baum auf jeden Fall aus. *kicher
Frohe Feiertage!
PS. Ich würde ja auch Süßigkeiten essen und Kuchen, aber ich habe heute meinen Käsekuchen probiert und wissen Sie was?
“Was?”
Er war mir zu süß.
“Boah!”
Tschühüs!

Glorreiche Auferstehung!

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Okay, werden Sie sagen, ist das nicht ein wenig früh? Stimmt. Da ich aber aus religiösen Gründen Jesus nicht die Show stehlen wollte, kommt meine Auferstehung schon heute und nicht erst am Ostersonntag. Meine läuft auch etwas anders ab: nicht mit Pauken, Trompeten, Erzengeln, Erdbeben und glühender Lava, die von den Bäumen tropft und alle Ungläubigen versengt, sondern still, heimlich und verstohlen. Liest hier eh keiner mehr mit. *hihi
Bei mir öffnet sich leise quietschend die Grabplatte, eine knochige Hand kommt hervor und drückt den Stein nach oben, winselnde Hunde laufen davon und die alte Omma, die täglich zehn Mal das Grab von Oppa gießt, fällt vor Schreck tot in Ohnmacht: Frau Nuehm ist wieder da.
Hurra.
Warum? Weiß ich gerade auch nicht so genau. Könnte damit zusammenhängen, dass ich den Roman beendet habe, über den ich hier wortreich und ausufernd schrieb. Jetzt habe ich halt wieder zu viel Freizeit und gedenke sie hier zu verpulvern, zumindest ab und an.
Mit dem Schreiben geht es natürlich weiter. Eine Menge Projekte spuken in meinem Kopf herum und ich kann mich gar nicht entscheiden, wo ich zuerst anfangen soll. Na, wird sich finden.
Also, ich bin wieder da. Wenn auch anders als zuvor. Da ich hier wirklich nur Dampf ablassen und meinen Unsinn verströmen will, ohne dass mich jemand zur Verantwortung ziehen kann, bleiben Kommentare geschlossen. (Für Notfälle steht im Impressum eine Mail-Adresse.)
Mir gehts einfach nur ums dumm Daherlabern, Spaß machen, meine Gedanken beim Schreiben sortieren. Eine Art virtuelles Tagebuch, bei dem ich mich nur auf mich selbst konzentriere, so ne Art virtueller Egotripp. :-)
Das habe ich bisher noch nie so praktiziert, aber man soll ja hier und da in seinem Leben auch mal was ändern…
So long, Anna Nuehm

Frühjahrsmüdigkeit

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Die Frühjahrsmüdigkeit ist eine Erfindung. Sie existiert nicht. Weder theoretisch, noch praktisch, noch virtuell und schon mal gar nicht mental. Sie ist ein Mythos, entstanden irgendwann in der Jungsteinzeit.
Damals war es so, dass die Sippe nach einem langen Winter wieder ins Freie kroch, jubelnd über die Frühlingswiese lief und dort vom ersten zufällig vorbei trottenden Mammut verspeist wurde. Ja, damals waren Mammuts noch Fleischfresser. Sie mutierten erst später zu Vegetariern, dann zu Veganern, eröffneten eine Kette von Bioläden, durch die sie mit griesgrämigen Gesichtern liefen, abgehärmt, mit schlechter Haut und dünnem Haar. Dann kamen ein paar Säbelzahntiger vorbei und fraßen alle Mammuts auf. Was aber kein großer Verlust war. Man sollte sich also dieses, äh, Veganergedöns gut überlegen, sehr gut sogar.
Okay, zurück in die Steinzeit: Wer nicht jubelnd aus der Höhle lief, wurde fälschlicherweise für schlafend gehalten, war in Wirklichkeit aber tot. Abgemurkst von Feinden, sang- und klanglos in einer kalten Winternacht erfroren, verhungert oder von seiner Liebsten im Spiel mit einer Steinkeule erschlagen.
So entstand der Mythos der Frühjahrsmüdigkeit, die es in Wahrheit also nicht zzzzzzzzzzzzz… gibt.. chrzzzz.

Hilfe, wer schnarcht da? Au weia, das war ja ich.
Entschuldigung.
Also diese Frühjahrsmüdigkeit…. geht angeblich auch.. einher mit Mängeln an, äh, wie heißt das Wort noch mal.. Konfuzius? Kondome? Konzerte. Ja, genau. Im Frühjahr finden null Konzerte statt und die Mammuts… Äh, welche Konzerte?
Woher kommen jetzt die Mammuts? Egal. Man ist im frühjahr halt nicht so hmm, wie sonst. Eben nicht geistig so… alles Aberglaube! Chrrzzzzzzzz..
Ich für meinen Teil bin totaaaaaaaaaaallllllllllllllll
Ah, mein Kopf fiel gerade.. auf dieses Dings da.. Tartar. Brötchen, ich hab Hunger.
Also: vergessen Sie dieses Müdigkeitsding ruhig. Unwahr. Nehmen Sie lieber ne Mütze voll Schlaf.
Schlafen Sie..
JETZT.
ps: Und wenn Ihnen noch jemand von diesem Vollmondkram erzählen will, dass man da anders reagiert, irgendwie, aggressiv und so, dann hauen Sie dem ruhig eine rein! Von mir! Aber voll auf die Zwölf! Bis die Zähne im Hintern La Paloma klimpern! Weil mir solche Klugscheißer echt auf die Säcke gehen! Da könnt ich gerade ausrasten! Da werd ich zum Tier! Zum Säbelzahntier! Wenn ich nicht so furchtbar müüüüdeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee

E-Mail von Jesus

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“Guten Tag,
Bitte nehmen Sie meine aufrichtigen Entschuldigungen an, wenn meine E-mail Ihre persönliche Ethik nicht trifft.”

Ach, keine Sorge. In meinem Leben haben schon sehr viele E-Mails meine persönliche Ethik nicht getroffen. Entschuldigt hat sich bisher allerdings keiner. Von daher: Welcome!

“Für ich weiß, dass dies wie ein vollständiges Eindringen zu Ihrer Ruhe scheinen kann, aber zurzeit, dies ist meine Option für Kommunikation zu Ihnen.”

Ah, verstehe.

“Dies könnte fremd oder wahrscheinlich unwahr scheinen, wegen der Hoehe von Ausschuss E-mail, die wir täglich empfangen, aber ich glaube, dass dies noch der echteste Weg ist, einen wahren Charakter zu kontaktieren.”

Wahrer Charakter? Aber hallo. Bin ich. Zu 180 Prozent!

“Mein Ehemann war auf einer Geschäftsreise nach Japan Wenn der hässliche Vorfall, der ihn von mir weggenommen hat, gestreikt hat.”

Heieiei, klingt ja grässlich. Mein Beileid.

“Von allen Anzeigen verschlechtert sich meine Bedingung wirklich und es ist ziemlich offensichtlich, dass ich mehr als zwei Monate nicht leben werde. Dies ist, weil die Phase zu einer sehr schlechten Phase erreichen hat.”

So eine Phase hatte ich auch mal. Begann 2000 und endete 2010. Und richtig übel war es 2006-2009. Und Sie beschweren sich über zwei Monate? Tztz..

“Mein später Ehemann war sehr wohlhabend und reich und nach seinem Tod, ich habe alle sein Geschäft und Reichtum geerbt.”

Na, sehen Sie. Ein Lichtblick.

“Mein Ehemann hat die Summe von £18.000.000,00 GBP mit einer Bank in Schottland deponiert. Mein Ehemann hat mich der Nutznießer des Treuhandvermögens genannt, weil wir keine Kinder gehabt haben.”

Sie wollen mich adoptieren? Nur zu. Meine Mutter hat bestimmt nix dagegen.

“Der Arzt hat mir geraten, dass ich für mehr als zwei Monate nicht leben kann.”

Hmm, so nen Arzt hatte ich auch mal.

“so habe ich mich jetzt entschieden, Teil von diesem Reichtum zu teilen,zur Entwicklung von dem wenigen privilegierten Leute in Europa beizutragen,da dies die Wunsch von meinem Ehemann bevor seinem Tod ist.”

Eine gute Entscheidung. Sehr weise.

“Des meines Ehemanns Familienwunsch mich Verstorbene Um diesen Reichtum zu erlangen. Ich kann mit der Qual nicht leben, von dieser riesigen Verantwortung zu welchem des meines späten Ehemanns Familienmitglieds anzuvertrauen Weil sie Ungläubigen sind. Ich will diesen Fonds, zu WOHLTÄTIGKEITEN ORGANISATIONEN verteilt zu werden. Bitte, Ich will Sie, mir Vertreter zu helfen, als der Nutznießer, die Fonds von der Bank zu sammeln und verteilen Sie zu Wohltätigkeit.”

Ja, verteilen! Wohltätig! Kann ich!

“Ich bete ehrlich,dass dieses Geld,wenn es zu Ihnen überweist ist,sollen Sie versichern,dass es für den gesagten Zweck benutzt werden muss.Weil ich darauf gekommen bin,dass jene Reichtumerwerbung ohne Christus zu erfahren, ist Eitelkeit auf Eitelkeit.”

Sehe ich auch so, Eitelkeit auf Eitelkeit. Reichtum ohne Christus? Geht ja mal gar nicht. Ich kenne Christus schon sehr lange!

“Für Ihre Hilfe,habe ich 30% von diesem gesamten Geld {£18.000.000,00}für Sie gelegt, auf Grund Ihrer persönlichen Bemühung, die Sie für Ihren persönlichen Gebrauch sofort das Geld auf Sie überweist ist, abziehenwerden. Zuletzt,ich bete und hoffe, dass wenn das Geld schließlich auf Sie überweisen ist, werden Sie es umsichtig gemäß meinem Willen und Gott benutzen zu spenden.

Juchhu! Aber natürlich werde ich das spenden. An den Heiligen Amazon, Bruder Zalando und Mutter Lacoste. Vielleicht auch an den Orden der Strenesse-Schwestern, die Glaubensgemeinschaft Thommy Hilfiger und die Brüderliche Betgemeinschaft Burberry. Spenden werde ich auch meinem Schutzpatron St. Rolex, der mir in den dunkelsten Stunden immer beigestanden hat.

“Ihres in Christus.”

Amen!

Sieben Wochen ohne…

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Zucker, Süßigkeiten, Schokolade, Knabberzeug, Brot, Brötchen, Kuchen, Nudeln, Kartoffeln, Reis und Konsorten, Alkohol, – ha, das fällt mir am leichtesten – und:
ohne Internet! (jaul)
DAS ist natürlich ein echter Verzicht, vergleichbar mit barfuß nach Rom pilgern und wieder zurück, diverse Canossa-Gänge, einsame Wüstenwanderungen, blutige Bastonaden und ausschweifende Selbstgeißelungen mit glühenden Peitschen.
Damit das auch realisierbar ist: sieben Stunden pro Woche sind erlaubt, d.h. täglich eine Stunde Internet, die ich fürs Arbeiten auch brauche, größenteils Recherche, Bearbeiten wichtiger Emails usw.
Ich werde auch auf die Uhr schauen und wenn die Stunde verbraten ist: Exit, Finito, Schluss, Aus, Ende, Rand des Internets erreicht und wie ja alle wissen: das Ding ist ne Scheibe, danach gehts steil abwärts, 30.000.000 Kilometer tief.

Ich bin nicht weg, nur meistens woanders, ab und an schaue ich auch mal blitzschnell rein.
Allen eine fröhliche Fastenzeit!

Selbstbild mit Zigarre

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Ich liege Zigarre rauchend auf der Chaiselongue, bekleidet mit einem blau-weiß geringelten Shirt und einer blauen Chinohose. Auf dem Kopf der Hut von Hemingway. Die Beine lässig übereinander geschlagen. Neben mir ein Glas Rotwein, aus dem ich schlürfe. Mehrere Pralinenschachteln, geöffnet, halbleer.
Gegenüber am Schreibtisch mein Sekretär, ein gutaussehender, muskulöser Intelligenzbolzen.
“Okay, fang an mit “Es war in einer dunklen Nacht, als er, denk dir nen Namen aus, und sie, schöner Name: Julia, Konstanze, so was halt, zusammen, na, überleg halt, irgendwas machten. Egal was. Dann Streit, Trennung, Intrigen, verräterische Freundin, das bildet den Mittelteil, ein paar Krankheiten, die Schwiegermutter, eine Reise, die Katze wird überfahren, dramatische Szenen, dann Umschwung, Versöhnung, Friede, Freude, weißt schon was, Schluss mit einem Knalleffekt, scheißegal. Ende, Aus, Micky Maus. So, und jetzt lies vor.”
“Äh, was soll ich denn vorlesen, Frau Nuehm?”
“Meinen neuen Roman, Schwachkopf! Den habe ich dir gerade diktiert!”
“Aber ich weiß doch gar nicht..”
“Verdammt, wozu habe ich dich eigentlich eingestellt? Muss man denn alles selber machen?”
“Wegen meinem knackigen Hintern.”
“Wie bitte? So etwas soll ich gesagt haben?”
“Sie haben noch viel schlimmere Dinge gesagt, aber..”
“Schnauze! Willst du arbeiten oder rumheulen?! Ich finde auch nen anderen Hiwi. Die stehen hier Schlange!”
“Okay, ich versuchs mal: Es war in einer dunklen Nacht, als Edwin und Chantal auf der dunklen Küstenstraße mit ihrem Oldtimer…”
“Sehr schön, sehr schön.”, murmele ich. “Weiter so. Vergiss die Katze nicht…”
“Welche Katze?”, sagt MacGyver, der plötzlich hinter mir steht.
Ich springe entsetzt auf. In einer Hand ein Kugelschreiber, der an der Spitze verkohlt ist, in der anderen ein Glas Sojamilch, fettarm und glutenfrei. Vor mir auf dem Schreibtisch ein paar angenagte zuckerfreie Haferkleiekekse.
“Ah, mal wieder am Tagträumen, Nuehm. SO wird das ja nie was mit deinem Roman. Außerdem riechts hier schon wieder nach verbranntem Plastik.”

Verpasst

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habe ich leider, mich in den letzten Wochen ausgiebig über den Karneval zu empören und zu echauffieren. Jetzt fängt der doch morgen schon an und nicht erst nächste Woche, wie ich bis vor fünf Minuten noch dachte. Somit kann ich mein Genöle über dämlich aussehende Betrunkene, die sich die Eheringe vom Finger reißen und die Klamotten vom Leib, nicht mehr über Tage langsam aufbauen und steigern, sondern muss sofort in die Vollen gehen: Ich hasse Karneval!
Amen.

Ansonsten habe ich “nur Dunkles zu sagen. Und mir blaut…” die Faust, die dir am liebsten auf dein Auge haut. Wer jetzt weiß, von wem das im Original ist, kriegt nen Keks.
Wegen meiner zahllosen angefangenen Projekte habe ich Frau Muse ausgesperrt. Ich hoffe, sie nimmt es mir nicht übel. Aber wenn ich jetzt noch einen Roman anfange und nicht beende, laufe ich Amok und werfe mein Laptop aus dem Fenster, so wütend bin ich langsam über meine Un…
“Hier, dein Paket. Habs angenommen, als du weg warst. Was piepst denn da so?” MacGyver schüttelt das Paket.
“Bist du wahnsinnig?! Nicht schütteln. Da sind Mäuse drin!”
“Mäuse?”
“Ja. Weiße genau genommen. Graue mögen sie nicht.”
“Wer? Wie? Was?”
“Die Klapperschlangen. Sie mögen nur weiße Mäuse.”
“Du und deine Klapperschlangen. War keine gute Idee mit deiner Klapperschlangenzucht. Aber mich fragt ja niemand.”
“Genau.”

Und jetzt bitte weitermachen im Internet.
In Ihrem.

Nur mal so – simply just so

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… wollte ich darauf hinweisen, dass heute einer dieser “Let’s get ready to r……öchel”-Tage ist, ich bereits diverse Fensterscheiben durchstarrt, eine dicke Wand mit meinen Stalinorgel-Blicken durchlöchert und nichtgeschriebene Emails an nichtexistierende Menschen in der nichtvorhandenen Luft zerrissen habe und mir selber, so insgesamt tierisch auf den Sack nicht so wirklich ganz gewogen bin.
Außerdem schaffe ich es heute nicht, meine wahnsinnig tolle Freedom-App, die mich vor den Wirrungen und Irrungen des Internets bewahrt, zu starten. Scheißendreck. Vielleicht sollte man eine Freedom-Start-Starter-App erfinden? Also ich würde die sofort kaufen…
Zudem gab soeben meine Geschirrspülmaschine den Geist auf, röchelte ebenso wie ich und – verschied. Ich misshandelte sie dann noch ein bisschen, trat mehrmals dagegen, verfluchte sie bis in die nachfolgenden zwanzig Generationen, aber zu spät: sie war schon in eine Art Leichenstarre gefallen und all mein Tun fiel unter die Kategorie “Leichenschändung einer töter als toten Maschine”. Ich brach schluchzend auf den Küchenfliesen zusammen. So kanns gehen, erst gestern noch ausschweifend den Valentinstag gefeiert, muss ich heute, in Sack und Asche gewandet, Teller spülen wie Aschenputtel himself. Äh, herself. Oder etwa itself?
By the way, folks: Diese ganzen Anglizismen, must that be?
Immer häufiger liest man nicht etwa: “Moin, dies ist ein Foto von meinem abgewrackten Frühstück. Sieht aus wie schimmelige Linsensuppe mit verkohltem Toast und schmeckt so ekelhaft, dass ich es lieber nicht esse, sondern wegwerfe und dann auch abnehme. Hoffentlich.”, sondern: “Healthy food. Breakfast. Get slim.”
Genau so oft stellen Leutchen Fotos ihrer unförmigen Körper in labberigen Jogginghosen ein und anstatt “Boah, diese Jogginghosen machen meinen Arsch breiter als Santa Fee in der Morgendämmerung, wenn John Wayne mit seinem Pferd in die Stadt ritt und die Hunde vor Angst aufjaulten, aber was soll ich machen, wer die Kontrolle über sein Leben/ seine Jogginghose verloren hat, hat auch die Kontrolle über seinen Hintern verloren. Amen.” zu schreiben, steht da: “Body. Get in shape. Soon.”
Ich finde dies, to tell the truth, ein bisschen ridiculous. I mean, genauso gut könnte ich ein Foto meiner Spülschüssel einstellen und so etwas wie “Detox day. Purification. Simplicity.” dazu kritzeln.
Aber mir glaubt das ja eh keiner.

Fitness? Nein, danke!

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Nachdem der Schock, als ich neulich versehentlich in den Spiegel sah, wieder abgeklungen war, eilte ich stante pede zum nächsten Fitness-Center, wie 81 Millionen Deutsche im Januar auch, als mir plötzlich einfiel: Es gibt hier gar keins.
Naja, es gibt hier schon welche, aber sie sind so sündhaft teuer, dass man sich fragen muss, wer dort als Trainer fungiert: Schwarzenegger? Klitschko? Boris Becker?
Da ich sowieso die meiste Zeit nicht hingehe, sind 99 Euro im Monat einfach zu viel Geld zum Niehingehen, denn als ökonomisch ausgefuchster Mensch gebe ich dann doch lieber 19,90 Euro für ein Studio aus und gehe dort nie nicht hin. Diesen Plan hat aber leider eine miese Billigstudio-Organisation im Ansatz boykottiert, in dem sie hier einfach kein Niehingeh-Studio für mich gebaut hat. Das ist Sabotage und ich werde mich heute noch bei denen beschweren. Per Email.
“Sie wären doch eh nie hingegangen!”, werden kluge Menschen jetzt einwerfen.
Aber: Na und?
Es hätte mir ein viel besseres Gefühl gegeben. Ein Studio in der Hinterhand zu haben, in das man rein theoretisch jederzeit gehen kann, tags, nachts, Heiligabends – einfach immer – und dann aber zu sagen: “Nö, ich geh da nicht hin.” – das ist einfach unbezahlbar.
Für dieses Gefühl von völliger Freiheit, Abenteuerlust, Sportlichkeit, Verwegenheit – ja, da bezahle ich doch gerne 19,90. Das ist doch ein Schnäppchen für dermaßen viele positive Gefühle, die man am ehesten mit dem Verzehren einer Zehner-Packung Dickmanns auf Ex, dem Ausschlürfen einer zwölf Liter Familienpackung Vanilleeis mit Himbeeren, dem in sich Hineinsaugen von sieben Tafeln aerodynamischer Luftschokolade oder dem Verzehren mehrerer mammutbaumgroßer Schnitzel, umringt von possierlichen Pommes-Plantagen in Amazonas-Tomatenströmen vergleichen kann.
Ich stelle mir gerade vor, wie ich – lässig in mein Fitness-Outfit gewandet – mir ebenso lässig die völlig lässig an den Schuhbändern zusammengebundenen Turnschuhe über die Schulter werfe und lässig sage: “Okay, ich geh dann mal ins Fitne…” – mich dann in einer schwungvollen 180 Grad-Drehung auf dem Absatz drehe und mit einer Hechtrolle aufs Sofa fliege, im Fallen mit einer Hand in die Chipsschale greife und dann sage: “Ach, nee. Doff niff.” Das sind doch die schönsten Momente im Leben und ganz besonders in der jahrzehntelangen Fitnesskarriere. Und auf so etwas muss ich nun verzichten.
Ich fühle mich gerade SEHR gemobbt von McFit, hadere ein kleines bisschen mit meinem Schicksal und Muskelkater habe ich auch. Wahnsinnigen.
Ich habe nämlich Sport gemacht – sagt man das so? Wenn nein, entschuldige ich mich schon jetzt. Sollte ich diesen unmenschlichen, nein, übermenschlichen, nein, tödlich verlaufenden Muskelkater jemals überwinden, erzähle ich auch, was genau ich gemacht habe: Ich habe geturnt.
Aber nicht so holladibolla-Turnvater Jahn-Zeugs, wo man mit nem lila Kleid und Flatterbandgewedel herumhüpft und ein verträumtes Gesicht aufsetzt, sondern richtiges Power-Training, sozusagen die Arschbombe unter den Turnübungen.
Ich sage nur: Mark Lauren.
Dieser Mann sieht aus wie ein harmloser Teddybär, verwandelt sich beim Training aber in einen Grizzly, der einem die nichtvorhandenen Muskeln mit einem Ruck vom Körper reißt und sie dann wieder mit Metallringen an einen festtackert. Tack-tack-tack. Ohne Betäubung. Er trainiert Elitesoldaten und während des Trainings erscheint es einem kinderleicht, das Flugzeug von Obama mit einer Hand vom Himmel zu holen, ihn herauszuzerren, ihm den Hintern zu versohlen, “Wegen dir hat sich die Angela das Becken gebrochen, nur wegen dir und eurer Sms-Affäre!” zu brüllen, ihn dann wieder hineinzustopfen und ihm noch ein “Du biegst das wieder hin! Rücktritt, Scheidung, Umzug nach Berlin ins Kanzlerinnenamt zu unserer Kanzlerin Angelina Merkolie, haben wir uns verstanden, Freundchen?!” hinterher zu schreien und dann wieder zur Erde zu schweben.
Die Schmerzen danach: unvorstellbar.
Ich schrieb diesen Beitrag bereits letzte Woche, musste aber dann fünf Tage im Bett verbringen, bis ich wieder einigermaßen wiederhergestellt war. Danach infizierte meinen völlig ausgepowerten, geschwächten und ausgelaugten Körper ein Grippevirus, der seinesgleichen sucht.
Ich bin seitdem nicht mehr im Keller gewesen. Dort lauert nämlich mein neugestalteter Fitnessraum, in dem sich ein Fernseher und eine Turnmatte befinden, im DVD-Player steckt das Grauen in Menschengestalt:
die Fitness-DVD mit Mark Lauren.
Kostenpunkt: 18,99. Ha!

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