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Da es momentan gerade keine größeren Probleme weltweit gibt, hier eins von meinen:
Ich war bei Twitter und – ich hab mich wieder gelöscht. So spontan, wie ich mich anmeldete, meldete ich mich wieder ab. Spannend, oder? Ist das der Wahnsinn?!
Von hier aus ein herzliches Sorry an meine Ex-Follower! Ich hoffe, es fühlt sich keiner auf den Schlips getreten. Ich denke nicht, dass ich da so wichtig war, dass ich mich groß verabschieden musste… Deshalb hab ich mich einfach gelöscht.
Falls mich doch jemand vermisst: Das hat nichts mit den Personen dort zu tun, sondern einfach mit meiner Unfähigkeit das Medium Twitter sinnvoll zu nutzen.
Ich könnte – und konnte – den ganzen Tag da verbringen und die geistreichen-lustigen-manchmal auch doofen Tweets der ganzen Welt lesen. Und genau da liegt das Problem. In der einen Woche, in der ich dort angemeldet war, wieviel habe ich wohl an meinen zahlreichen Romanen geschrieben?
Wer weiß es?
Richtig: NULL. NULL!!!
Und das kann ich mir auf Dauer einfach nicht leisten.
Ich bei Twitter, das ist wie ein Drogensüchtiger in der Crack-Fabrik.
“Gehst du auch sparsam mit dem Crack um, Nuehm?”
“Jaja, auf jeden Fall.”
“NUEHM?!!”
“Lass mich jetzt, ich muss diese ganzen Crack-Tweets lesen! ALLE! Aus dem Weg!”
Ich wollte mich doch nur ein bisschen ablenken und zerstreuen! Das ist mir allerdings so gut gelungen, dass ich mein Gehirn in 2.000.000 Tweets zerstreut habe und es jetzt wieder zusammensetzen muss.
Warum funktionieren solche Vorsätze eigentlich nicht bei so etwas wie: Ich wollte mich nur zusammenreißen und wahnsinnig konzentriert arbeiten?!
Selbst habe ich vielleicht 125 Tweets geschrieben, aber gelesen bestimmt drei Milliarden-Zillionen.
Die Fragmentierung des Gehirns, das Denken in Tweets – fühlt sich seltsam an.
Ich frage mich: Wenn man ganz lange twittert, schreibt man dann auch anders? Verändert Twitter den persönlichen Schreibstil?
Und dann diese ganzen geistreichen Tweets. Da würde man einigen Leuten gerne ihr Gehirn stehlen, damit man auch so hinreißend twittern kann. Anderen würde man seins gern spenden, aber das ist ne andere Sache.
Twitter – eine Mischung aus Begeisterung-Neid-Freude-Genervtheit-Amüsement und virtueller Einsamkeit.
Ganz viel Bitten um Aufmerksamkeit und damit kann ich noch schlechter umgehen, als ich es befürchtete.
Ich verstehe es selber nicht, dass ich mich damit so schwer tue. Wahrscheinlich bin ich der einzige Mensch auf der ganzen Welt, der mit Twitter nicht klar kommt? Vielleicht gründe ich ja ne Selbsthilfe-Gruppe? Mit mir als einzigem Mitglied? Oder vielleicht ist es anders, wenn man Leute dort persönlich kennt?
Vielleicht habe ich auch eine Gehirnanomalie? Oder bin ein Alien? Vielleicht bin ich auch das Alien, das Twitter erfunden hat und will über die Twitter die Weltherrschaft an mich reißen?
Egal, wie die Antwort ausfällt: Ohne Twitter bin ich irgendwie – halbwegs – normaler. Und das zu sein, ist manchmal schon schwierig genug.
Summa summarum: Für mich ist Twitter ein Spiel, das ich nicht spiele. Sondern das Spiel spielt mich.
Da bin ich ja sogar im Schach besser als im Twittern. Und im Pokern. In so ziemlich allen Spielen bin ich besser als im Twittern.
Also, hier liegt der Schlüssel für die Crack-Fabrik. Wer ihn will, kann gerne zugreifen: