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Ich wünsche allen Lesern frohe Pfingstfeiertage!
Möge Sie der Heilige Geist nach allen Regeln der Kunst erleuchten, beleuchten, heimleuchten und erhellen.
Hossa!

Ich selbst habe in den letzten Monaten dermaßen viele erhellende und Aha!-Effekt-Momente erlebt, dass ich das nicht mehr ganz so nötig habe und fahre darum weg.
Ich weiß noch nicht wirklich wohin, und wann ich zurück bin, weiß ich auch nicht.
Ungenaueres kann ich dazu leider nicht noch mehr sagen. Denn es ist schon alles diffus genug und man sollte es damit auch nicht übertreiben.

Möglicherweise schreibe ich ein Buch. Wobei das letzte, an dem ich jahrelang gearbeitet habe - voller Inbrunst und Tatendrang, manchmal bis morgens um fünf - jetzt leider doch auf Seite 2 gescheitert ist, und ich es unvollendet in die Ecke legen muss.
Ich werde niemals erfahren, wie es ausgeht und das macht mir schwer zu schaffen!

Damit mir das nicht wieder passiert, werde ich mein nächstes Buch, eine Trilogie über mindestens 30.000 Seiten, auf der letzten Seite beginnen und mich dann langsam aber stetig, sozusagen lawinenartig, nach vorne schreiben.
Ein richtiges Thema hab ich noch nicht so ganz. Ich dachte da an eine Mischung aus Sex-Lügen-Kartenspielen-Hunde-Nordic walking-das Ozonloch und Abnehmen. Vielleicht kommen auch ein paar Morde vor. Auf jeden Fall Backrezepte. Und Geheimdienste. Und das verlorene Mojo von Austin Powers. Zumindest aber vernichtende Verbalzerschmetterungen von Personen, die mir in meinem zarten Leben schon öfter einmal auf meinen ebensolchen Fuß getreten sind und so. Vielleicht aber auch nicht, wen interessiert’s?
Das Ganze natürlich so total verschlüsselt, dass niemand weiß, wer wie was und warum gemacht hat.
Also, so wie immer im Leben.
Am Ende stehen alle nur ratlos da und einer sagt: “Häh?”
Mist, jetzt habe ich den Schluss schon verraten!
Aber dafür wird der Anfang umso spannender.

So, mit diesen kryptischen Bemerkungen enteile ich ins Pfingstwochenende und hänge gleich ‘ne kleine bis mittlere Pause dran.
Schaun wir mal.
Und damit die treuen Leser auch ein schönes, neues Foto anschauen können, habe ich passenderweise ein paar Blümchen fotografiert. Keine Ahnung, wie die heißen. Butterblumen oder so.

Auch hier gilt: Schauen Sie das Foto bitte nicht länger als 23 Stunden pro Tag an, weil es sonst zu Netzhautablösungen und Schwindelanfällen kommen kann.
Ich finde es aber trotzdem sehr schön. Und wer mag, darf es sich gerne auf Visitenkarten, Bettwäsche oder Krawatten drucken lassen. Viel Spaß damit!

Frohe Pfingsten!
Ihre Anna Nuehm

Dank des wundervollen, sonnenscheinwahnwitzigen Wetters, meines unermüdlichen und knochenbrecherischen Einsatzes im Bloggarten von Matt, plus der technischen Raffinesse meiner fast schon hypergenial zu nennenden Handykamera aus dem 19. Jahrhundert, entstand heute dieses meisterhafte Foto, an dem nicht nur Andy Warhol seine Freude gehabt hätte. Sondern auch ich. Und Sie!
Setzen Sie bitte Ihre Sonnenbrille auf, da meine Blogversicherung keinerlei gesundheitliche Spätfolgen, wie Augenverblitzungen dritten Grades, einen Augenzusammenbruch oder ein Augenschleudertrauma übernimmt, und schauen Sie hier:

Als blogmäßige Poetin und geborene Philosophin vor dem Herrn würde ich am liebsten mein Bündel schnüren, es an meinen Wanderstab hängen und mich auf die Walz machen die Blaue Blume zu suchen.
Allein, es scheitert an meiner Faulheit den dräuenden gesellschaftlichen Verpflichtungen, dem schnöden Mammon, dem Sack und dem Pack und nicht zuletzt an nicht passenden Schuhen, in denen ich mir heute schon wieder eine ganz banale Blase am kleinen Zeh lief!
So kann ich ja nie Philosoph werden!
Aber vielleicht macht sich ja einer der Leser auf den Weg und wenn jemand die Blaue Blume sieht, dann soll er sie herzlich von mir grüßen.
Ich derweilen genieße den Ausblick auf meine eigene Blaue Blume, wenn auch nur kurzzeitig dem Hades des Vergessens, Verwelkens und Vertrocknens entrissen, auf schnödes Zelluloid gebannt und doch so lebendig, atmend und daherspringend, wie ein junges Füllen.
Heißa! Tandaradei! Der Mai ist gekommen! Hurra!
Äh, ja, falls sich jemand wundert, warum ich so komisch schreibe: ich glaub, ich hab ‘nen Sonnenstich.

Ihr Andy Philäus Nuehm

- Schilder in Umkleidekabinen wie „Sie können dieses Licht dimmen, wenn Sie denn mögen, so ganz eventuell und vielleicht, also nur, wenn Sie Zeit haben und es Sie nicht zu viel Mühe kostet. Bloß keine Umstände, aber wenn Sie schon mal da sind und Sie sich hier nackisch ausziehen wollen, dann könnten Sie vielleicht ja das Lichtlein dimmen, so ein wenig. Na, wie wär’s?“, müssen umgehend mit einem hochmodernen Übersetzungsprogramm bearbeitet werden und haben folgende wirkliche Bedeutung:

„DIMMEN SIE GEFÄLLIGST SOFORT DIESES LICHT, SONST SIND SIE TOT!!! NICHT LESEN!! DIMMEN! SOFORT! 3… 2… 1… ZU SPÄT! Sie sollten DIMMEN!!
NOCH MAL, SIE DEPP: Schauen Sie AUF KEINEN FALL in den Spiegel, bevor Sie das Licht gedimmt haben, sonst verwandeln Sie sich in eine leblose, behaarte und entsetzte Masse mit Poren so groß wie ein Scheunentor, was noch schlimmer ist als tot!
NICHT SCHAUEN!! NEIN!!! Jede Sekunde, die Sie ungedimmt in den Spiegel blicken, wird Ihr Leben um mindestens zehn Jahre verkürzen - und es werden Ihre BESTEN JAHRE sein! - weil Sie sich jahrelang fragen werden, während alle anderen Karriere machen und dabei noch so verdammt very, very sexy aussehen: „Sehe ich wirklich so Scheiße aus? Warum hat mir das nie jemand gesagt?“ Wissen Sie was, das weiß ich auch nicht, aber wenn Sie wirklich so Scheiße aussehen, wie Sie jetzt denken, dass Sie aussehen würden, dann haben Sie auf jeden Fall ein Riesenproblem!
Schöne Grüße, Ihr kleiner Lichtdimmerknopf“

- Das Anprobieren von Kleidungsstücken in Größen, die man als Schulkind vielleicht mal trug, bringt nur einen kurzen nostalgischen Nutzen, dafür aber einen dazu umgekehrt proportional längeren Aufenthalt in den Räumen der hauseigenen Schneiderei, dessen umsichtiges Personal einen schon mit wenigen chirurgischen Handgriffen aus den kostbaren Gewändern Made in Hongkong herausschnippelt. Und deren total überflüssiges Lachen, das einen noch Wochen später bis in die übelsten Träume verfolgt, klingt genauso wie das von dem irren Mathelehrer, der einen immer mit den dämlichsten Fragen der Welt, für die man nie eine Antwort wusste – 3 x 17 - Hallo? Bin ich Einstein, oder was? - gefoltert hat.
- Das Heraustrennen von übelsten, nichtsnutzigsten und nichtzutreffendsten Größenetiketten der Welt führt nicht automatisch zu einer Schrumpfung der Figur in eine gängige Wunschgröße Ihrer Wahl.
- Verkäuferinnen, die in einem langjährigen kundenorientierten Verkaufstraining solche leeren Binsenweisheiten wie „Der Kunde ist König“ gelernt haben, sind in Wahrheit alles kleine Revoluzzer, die einen am liebsten noch im Geschäft mit einer eilig herangerollten Guillotine köpfen wollen. Und verzichten auch nur darauf, weil sonst das Gesundheitsamt meckert.
Aus Frust darüber, dass sie allesamt als Sklaven der absoluten Monarchen (= Kunden) schuften müssen und weil diese auch noch die Frechheit besitzen, sie bei ihrem geheiligten dreistündigen Schwatz mit den Kolleginnen zu stören, werfen sie gerne mit nonchalanten Bemerkungen um sich, die ebenfalls in einen speziellen Übersetzungscomputer eingegeben werden müssen.
So entpuppt sich ein lässiges „Nur was da hängt“ als „HAU BLOSS AB DU, sonst setzt es was!“ und das vielzitierte „Ne, wir können die Umkleiden nicht öffnen, weil der Schlüssel vor 6 Jahren abgebrochen ist“ wird zu einem deutlichen „Verpiss dich! Sonst häng ich dich mit den Leggins am nächsten Kleiderständer auf!“
- Rache üben können Sie als Kunde eigentlich nur, wenn Sie dennoch dauernd diese Geschäfte besuchen und die Verkäufer alleine mit Ihrer bloßen Anwesenheit zum Kochen oder zu einem diabetischen Schock führen. Es lohnt sich, probieren Sie es einmal aus!
- Ganz fiese Matenten - falls Sie das nicht wissen sollten, dies ist jemand, der Fisematenten verübt und auch noch stolz darauf ist - kaufen sich am Wochenende einen Sack voll Klamotten, tragen diese 72 Stunden am Stück, besuchen damit 37 Parties, 12 Currywurstbuden und 19 Zoos mit starkhaarenden Kleintieren oder eine Nerzfarm und tauschen dann am Montag alles wieder um. Mit der Aussage: „Habsch garnisch angehabt, du!“

- „Alle Frauen gehen gerne shoppen“, dies ist ein großer, wenn nicht sogar DER größte Irrtum der Menschheitsgeschichte überhaupt.

Calamity Angela, um die es in letzter Zeit verdächtig ruhig geworden war, hat ihre schärfsten Waffen, genau, ihren Colt und ihr im linken Schuh verstecktes Schweizer Messer, wieder ausgepackt und macht die Prärie um Oslo herum mehr als unsicher.

(Fotos: DPA)

Angela ließ bei einem Galadiner im Kreise des versammelten und vor Neid auf ihre hinreißende Erscheinung förmlich triefenden Hochadels tief blicken. Sehr tief. So tief, dass ihre launig-charmante Rede „Höllo, gödn Obend, isch bin die Änschie aus Berlin und die beiden onderen hier höißen Glaus und Fronz. Nöö, Örich und Honegger. Ach nöö, ooch nich. Jötz hob ischs: Ölvis und Hölmut!“ mit fünfzehn Extralautsprechern verstärkt werden musste, da sich das Echo in ihrem Kleid nicht nur verfing, sondern auch verschluckte und schließlich ganz verlor.

Apropos verlor: Vermisst wurden nach diesem Abend die komplette russische Delegation, bestehend aus 37 Stabsmitgliedern, ein Tisch, sechs Stühle, zwei vollständige Bestecke, die norwegische Königin, ein Wandteppich aus dem 17. Jahrhundert und alle anwesenden Glasaugen, Kontaktlinsen und Monokel, die verhängnisvollerweise nicht dreifach gesichert waren.
Seltsamerweise und für solch einen feierlichen Anlass sehr ungewöhnlich, wurde bei diesem Event der Spitzenklasse hektoliterweise, nein, nicht etwa Champagner, sondern Milch getrunken. Zeitweise kam es sogar zu Engpässen und demzufolge zu hysterischen Anfällen der Anwesenden, die nur durch die umsichtige und schnelle Beschaffung von sieben Kühen gemildert werden konnten.
Lieblingslied bei dieser rauschenden Ballnacht und immer wieder gewünscht, von der anwesenden Hofkapelle schwungvoll umgesetzt: „Mama!“, der Uraltschlager aus Heintjetagen.
Selbst Angela schwang nicht nur das Tanzbein, sondern auch ihre glockenförmigen Schuhe voller Anmut. „Sö oin schoner Obend, ölso hiör komm isch gonz böstömmt wieder hör, gell Ölvis und Hölmut!“, mit diesem begeisterten Ausruf schloss Angela jubilierend den Abend ab und verschwand alle drei dezent in ihrer doppeltverstärkten Limousine.

Ja, Angela, so lassen wir uns das Feiern gefallen, nicht wahr! Man soll die Feste und alles andere feiern, wie sie häng fallen. Prost!

Ihre Partyberichterstatterin
Nuehm & Andere

Hier der Newsticker für den interessierten Leser, der nie schläft und somit immer auf dem neuesten Stand des Weltgeschehens ist:

- Eisbär Flocke ist wegen Erfolglosigkeit gefeuert worden und steht kurz vor der privaten Insolvenz. Sie muss sich umgehend einen neuen Job suchen, wahlweise als Model für Karnevalskostüme oder als Springmaus für Siegfried und Roy. O-Ton Flocke: „Ich mach alles. Hauptsache, die Flocken stimmen. Zur Not werd ich auch Maskottchen für Olympia oder eröffne Möbelhäuser.“ Fräulein Flocke überlegt aber auch, Knut zu verklagen, da er in seiner ungeheuren Medienpräsenz den gesamten Eisbärenmarkt abgefrühstückt hat und hinter sich nur verbrannte Erde hinterlassen hat. Oder abgebrochene Eisberge. Auf jeden Fall ein ökologisches Desaster, nur ökonomisch. Und vielleicht ist er auch Schuld am Treibhauseffekt und am Ansteigen der Weltmeere? Das wird auf jeden Fall juristisch überprüft.

- Der Fackellauf für die Olympiade in China ist jetzt als „Schnitzeljagd“, englisch „Snitzle hunting“, französisch „Chasse d’escalope“ ins Repertoire der olympischen Disziplinen aufgenommen worden. Diese neuartige und faszinierende Disziplin setzt sich aus den Teildisziplinen Sprint, Marathon, Wasserbombenweitwurf, Extrembrückenbelagerung, Boxen, Karate, Versteckspielen, Freeclimbing, Fackel auspusten und Graffitti sprühen zusammen. Sie soll als neue Königsdisziplin den veralteten Zehnkampf ablösen und sogar Jürgen Hingsen denkt über ein Comeback nach.
Interessierte Bewerber melden sich bitte direkt beim chinesischen Exekutions-Planungsstab. [Vielleicht heißt der auch Exekutiv. Kann auch sein.]

- “Germany’s Next Topmodel” ist abgesetzt worden, da Heidi entschieden hat, dass im Leben keine so schön ist, als wie sie selbst. Außerdem kann keines der Mädchen nur im Ansatz ihre Strapazen durchleiden, angefangen von einem fatalen Zusammenstoß mit Donald Trumps Betonfrisur, der Heidi damals fast ihr Augenlicht gekostet hat, zumindest aber den Teil ihres Gehirns, der für einen korrekten Satzbau verantwortlich ist. Bis hin zu ihrer verhängnisvollen Affäre mit Flavio Blähtore, der in Insiderkreisen nur die „Todesflatulenz“ genannt wird. Bis hin zu dem schlimmen Tag, an dem ihr heißgeliebter Trolley mitsamt all ihrer Schminke verloren ging. Dieser Trolley war nicht nur ihr bester Freund, ihr Vertrauter und ihr Augenstern, nein, er war auch ihr Berater in Sachen Styling, Rhetorik und Menschlichkeit.

Heidi hat nun eine hohe Belohnung für den Finder ausgesetzt, da sie den superduper-chicen fashionable Trolley langsam ziemlich, ziemlich dolle vermisst und der war ja auch so cool und stylish, gell. Also, 5 Euro, von denen aber 60% an Pro Sieben abgeführt werden müssen, 40% an die BILD und 95% an Heidi selbst, da sie ja auch von etwas leben muss und nichts zu verschenken hat!
Der ehrliche Finder möge sich bitte umgehend über die gebührenpflichtige Hotline melden, nur 279 Euro pro Minute. Oder eine Email an Frau Klum schreiben, deren Beantwortung 5000 $ kostet, da Frau Klum natürlich den üblichen Modelstundensatz für solche Aufgaben in Anspruch nehmen muss.
Selbst wenn sie es könnte, dürfte sie da niemals eine Ausnahme machen!! Da sie sonst verklagt werden würde, wegen Schaffung eines Präzedenzfalles, also eines Falles, wie Heidi es beschreiben würde “Also etwas, wo da wo sich immer einer dann melden kann und sagen kann, so als ob wie damals die Heidi und das wäre dann ja so ziemlich: Ich.”
Und das wollen wir ja schließlich nicht, gell!

Schönes Wochenende,
die Redaktion Nuehm & Konsorten

Wortkarg

Manchmal ist einem ja nicht so zum Reden oder Schreiben. Da hilft dann nur Musik.
Für alle, die vielleicht ein bisschen durchhängen. Außerdem ist es ein Hohelied auf die Freundschaft. Finde ich gut. Freundschaft ist sowieso die bessere Form der Liebe, oder?
Oder?
Also für alle da draußen:

Fortsetzung von hier

Manchmal bleibt im Saarland die Zeit einfach stehen, wie in einem Film, den man anhalten kann. Man betritt die Szene, alle sitzen unverändert da, wie man sie an Weihnachten verlassen hat. Man hüpft geschmeidig ins Bild und mit einem „rrrrrrrttssssttttt“ läuft der Film dann weiter. Inklusive Nuehm.

Rindfleischsuppe, Rindfleisch und Remouladensauce, Rohkostsalat, von Opa als „Hasenfutter“ diffamiert.
Opa Fränz: „So Liesel, jetzt aber mal Butter bei die Fisch. Wat machscht du jetzt bei den Wörtz Wächtels?? Isch will dat jetzt wissen. Hopp.“
Tante Liesel: „Ei jo. Ich geb denen Geld, damit ich weniger ess.“
Opa Fränz: „Liesel!!!“
Onkel Pit: „Liesel!!!“
Tante Thea: „Liesel!!!“
Onkel Herbert: „Isch lass mich scheiden..“
Opa Fränz: „Ei Liesel, bischt du denn noch zu retten?? Wat für ein Idiot hat eben noch gesacht, die Wartz Wächtertten wären so schlimm wie die Zündologen??“
Tante Thea: „Ei du, Opa Fränz.“
Opa Fränz: „Ei nee, wisst ihr watt? Die sind noch viel schlimmer als wie die Zündologen von dem Toni Krutz! Die nehmen wenigstens nur Geld, dass man weniger denkt!“
Alle: „Ei jo.“

Rollbraten, Kartoffelgratin, Gemüseplatte, Schnitzel, Filet, Schwenker, Pilzsoße, Spargel und zur Deko ein Blatt Salat
Opa Fränz: „Liesel. Warum machscht du denn so wat?“
Tante Liesel: „Ei, isch will auch mol so aussehen wie de Heider Klomm und bei de Ficktoringers Zickretz de Engelsflügel tragen.“
Opa Fränz: „Häh? Engelsflügel? Ja, ist denn schon wieder Weihnachten, oder wat?“
Tante Thea: „Nee Opa, Weihnachten dauert noch.“
Onkel Herbert: „Ei Liesel, da musst du aber net bei die Wätz Wichteln gehen. Sondern bei den Doktor Frankenstein, für ne komplett neuen Kopp.“
Tante Liesel: „So Herbert, jetzt reicht et aber! Isch brenn jetzt durch.“
Onkel Herbert: „Ei, mit wem denn?“
Tante Thea: „Ja, mit wem?“
Tante Liesel: „Ei mit mir selber! Und wenn dat net klappt, dann geh ich halt in de Fernseh und werd Tschörmännings Nächst Tops Moddel.“
Onkel Herbert: „Liesel, wenn du net bald mal zur Vernunft kommscht, dann isset aus. Aus und vorbei!“
Tante Thea: „Du bischt jo auch kein 17 mehr!“
Tante Liesel: „Ei aber auch net so viel älter!“
Onkel Pit: „Jo Liesel, is klar. Nur knapp 40 Jahr…“

Obstsalat, Vanilleeis, Himbeeren, Schokoeis, Mousse au chocolat, Erdbeereis, Vienetta Zitrone, Tiramisu, Stracciatellaeis
Tante Liesel: „Na und. De Jüppie Hässler ist schon 110 und tanzt immer noch wie ne schwangere Jungfrau.“
Tante Thea: „Na und. Und de Britnick Spörs ist erst 20 und fertisch mit der Welt!“
Tante Liesel: „Also wat willste denn damit jetzt sagen? Ich bin doch net de Britnick!“
Onkel Pit: „Ei jo.“
Onkel Herbert: „Ei nä! Dat wüsst isch…“
Tante Liesel: „Ei wieso dann? Ei jetzt geht’s abber los! Isch zieh immer ne Unnerbux an! Sogar wenn isch zum Schlecker geh!“
Opa Fränz: „Bei de Lidl sollt man auf jeden Fall ne Unnerbux anhann, sonscht wird man da gefilmt und kommt bei de ganze Spanner in de Internet.“
Tante Liesel: „Oh Gott, bei all de Spanner in die Internet!?? Dat is ja schlimmer als Soda und Golgota!“
Tante Thea: „De Heider Klomm hat aber gesagt, ohne Unnerbux würd man sofort ne Tops Moddel werden. Dat wär quasi so ne Voraussetzung.“
Onkel Herbert: „Watt???!!“
Onkel Pit: „De Heider!!!“
Tante Liesel: „Oh nä!“
Opa Fränz: „Also dat hätt ich jetzt net gedacht. Die sieht doch so anstännisch aus. Tja, so kann man sich täuschen.“

Kaffee, Espresso, Pralinen, Schokolade, Schnaps und Bier
Tante Thea: „Willschte jetzt immer noch Tops Moddel werden, Liesel??? Ohne Unnerbux??“
Tante Liesel: „Hmmm…“
Tante Thea: „Also bei deiner Zellerlutis, ich würd mir dat aber gut überlegen, Liesel!“
Opa Nuehm: „Liesel, du wirscht enterbt. Ohne Unnerbux – dat hat et bei uns in der Familisch noch nie gänn!“

Käsekuchen, Schwarzwälderkirsch, Holländer Schnitten, Donauwelle, Marmorkuchen
Onkel Pit: „Ei Opa, wie war dat denn noch mol mit dem Opa Oswald, dein Bruder?“
Opa Fränz: „Ei wat für ne Bruder?“
Onkel Herbert: „Ei Opa. Dein Bruder. Der wo immer nackisch auffem Mofa gefahren is. Sommer wie Winter.“
Opa Fränz: „Ich besitze keinerlei Bruder! Mehr!“
Onkel Pit: „Au weia, de Opa schwätzt hochdeutsch.“
Tante Thea: „Uiuiui uiui.“
Onkel Herbert: „Scheiße.“
Tante Liesel: „Deckung!”
Opa Fränz: „RUHE JETZT!! ISCH BIN DE MONARSCH HIER VON DER SIPPE UND WAT ISCH SAGE WIRD GEMACHT!!!
Alle: „…..“

Stunden später. Schnittchen.
Opa isst das 15. Schnittchen mit rohem Hack.

Opa Fränz: „Anna, jetzt sach du doch auch mal wat. Du wohnscht doch in der Stadt und kennscht dich aus!“
Anna: „Äääääääh….“
Opa Fränz: „Siehschte, Liesel. Et Anna hat gesprochen. Dat mit den Topmoddeln ist Quatsch und bei de Wörtz Wänker gehscht du auch net mehr hin. Basta.“

Kuckuck…

Ich bin wieder da, wenn auch nur so halb, vielmehr rein körperlich. Geistig nicht so ganz.
Nicht, dass das so einen Riesenunterschied zu sonst machen würde, aber ich wollte es nur mal gesagt haben. Es könnte sein, dass ich auf dem Rückweg zu schnell gefahren bin und deshalb meine Seele noch an einem anderen Ort weilt und mein Geist aus Rücksichtnahme auf ihre enorme Sensibilität – ha, das hätten Sie jetzt nicht gedacht, was?! – bei ihr geblieben ist.
Zu meinem Körper sagte er ganz schnöde: „Fahr du schon mal vor, wir kommen nach.“
Körper so: „Typisch! Aber okay, dann eben nicht. TSCHÜSS.“
Tja, und darum kann es noch ein bisschen dauern, bis ich wieder im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte sein könnte. Wenn überhaupt.
Und wenn das überhaupt mal wieder was wird, mit mir und so!

Ich plane ja wahnsinnige Umstrukturierungen. Nein, ich rede jetzt nicht von einem neuen Paar Schuhen, was Frauen ja sehr oft im Kopf haben, wenn sie sagen „Du, ich muss mein Leben ändern!“ oder „So geht das jetzt aber nicht mehr, ich hab die Schnauze voll!!!!“ oder auch „Schatz, wir müssen reden..“
Da muss Mann gar nicht erschreckt die Luft anhalten, das heißt übersetzt einfach nur: Einmal Schuhgeschäft und zurück.
Aber das meine ich jetzt gar nicht.

Ich rede von wirklichen Umstrukturierungen. Nein, auch nicht, was Sie jetzt denken, ich habe jetzt keine Geschlechtsumwandlung ins Auge gefasst, das wäre mir doch ein bisschen zu extrem, und auch wenn man wie ich etwas zu Extremen neigt, sollte man sich selbst nie den Rückweg abschneiden. Ob man „abschneiden“ in dem Zusammenhang so schreiben darf, keine Ahnung? Ist ja nicht gerade taktvoll, aber egal…

Okay. Umstrukturierungen: Für kurze Zeit wollte ich mich selbst zur Adoption freigeben, aber nach einem schnellen Blick in meinen Personalausweis und dem Gedankenblitz „Nuehm, dafür biste jetzt wirklich zu alt, dich nimmt doch eh keiner und soviel Zeit haste auch nicht, dass du dein Leben jetzt noch in irgendwelchen Heimen verbringen solltest.“, kam ich dann doch von dieser Idee ab.
Dann beschloss ich spontan mein Herz zu spenden und da ich ein bescheidener Mensch bin, wollte ich dies ganz anonym tun und es nachts klammheimlich in eine Babyklappe legen. Aber nach kurzer Rücksprache mit meinem Hausarzt hab ich auch diese Idee verworfen, wenn ich auch zugeben muss, dass sie mir nach wie vor ungemein gut gefällt.
Mal sehen.
Tja, und da man wie so oft Sklave seiner Umwelt ist, können meine Umstrukturierungen nicht ganz so rigoros ausfallen, wie ursprünglich gedacht. Aber zwischen Adoption und Nichtstun liegen ja Welten und jede Menge Möglichkeiten:
Zum Beispiel in den Tibet auswandern. Oder ins Saarland. Oder nach Paraguay. Und dort Latin Lover werden – ein alter Kindheitstraum von mir. Oder auf eine einsame Insel auswandern und den Ersten, der mich dort besucht, nenne ich dann “Mittwoch” oder so.
Vielleicht mach ich auch endlich mal etwas ganz Verwegenes, den Fahrradführerschein. Es ist mir ja bis heute unbegreiflich, wie Leute einfach so auf Fahrräder steigen und in der Gegend herumfahren. Also für mich wäre das nichts. Ich leide auf einem Fahrrad sofort unter Höhenangst und Schwindelanfällen.
Oder ich mache mal was Vernünftiges. Spionageausbildung? Heiratsschwindlerausbildung? Schönheitsops? Meinen Müll trennen? Obwohl. Weiß nicht.
Man muss sich ja auch nicht selbst das Leben zur Hölle machen, oder?

Kurz und gut, ich habe große Pläne, wenn ich auch nicht weiß, welche. Und es wird sich vieles ändern, wenn ich auch nicht weiß, was.
Und so insgesamt: Alles wird anders.
Aber: Ich denk noch nach!

Ich bin dann mal…

… in Urlaub und wünsche allen Frohe Ostern!
Kann etwas länger dauern. Bis ich zurück komme. Vielleicht.

Liebe Grüße,
Anna Nuehm

Verehrte Leser, eine neue Reihe in Frau Nuehms Blog wird Sie nicht nur erfreuen, sondern Ihnen so manche heimtückische Denkfalle vor Augen führen, in die Sie vielleicht ohne meine Hilfe direkt hineingetappert wären.
Deshalb, lesen Sie neu, hier und fast auch regelmäßig: “Verheerende Irrtümer der Menschheit.”
Untertitel: “Irrtümer wie Du und ich.”
Unteruntertitel: “Dinge, die Sie sowieso nie gedacht hätten, aber vielleicht wäre es von Vorteil sie zu wissen, falls mal einer fragt. Wenn nicht, ist auch gut.”

Teil I: Das Autofahren

- In den seltenen Fällen, dass man dem irgendwie auch immer so störenden Gegenverkehr zu nahe kommt, sei es durch fatale Überschätzung des eigenen fahrerischen Könnens, verbaute Straßen, die sich urplötzlich als zu schmal entpuppen oder auch selten dämliche Autofahrer, die die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren, weil sie zB. während der Fahrt spontan aussteigen, einer knackigen Blondine hinterher schauen oder einfach nur von der Monotonie des Autofahrens gelangweilt, ein kleines Nickerchen am Steuer einlegen, ist es von keinerlei Nutzen, den Blick nach streng rechts aus dem Fenster zu konzentrieren.
Blicken allein genügt nicht! Augen zumachen auch nicht. Fürs Aussteigen ist es dann leider auch schon zu spät!
- Das darauf folgende sehr hässliche Kratzgeräusch an Ihrem Kotflügel können Sie zwar auf den Moment mit einem Lauterstellen Ihrer Lieblings-Cd übertönen, vor tiefergehenden Karosserieschäden schützt diese Übersprungshandlung aber überraschenderweise nicht.
- Es ist ein Trugschluss, dass das Gesetz der Serie „Ich lasse andere Autofahrer immer in den fließenden Verkehr einfädeln, dann müssen sie das auch mal für mich tun!“ irgendwann einmal reißt. Solche Serien bestehen oft lebenslang, sind aber auf andere Bereiche wie Lottospielen nicht übertragbar. Überhaupt nicht.
- Dass Menschen ihre Autos in Parkhäusern immer, überall und auch sofort finden, ist ein bösartiges Gerücht, dass besonders Frauen in Verzweiflung, Selbstisolation und grundlegende Zweifel an ihrem phänomenalen X-Chromosomen-gebundenen Orientierungssinn stürzen soll. Was auch sehr oft gelingt.
Diese infame Taktik, die zur Aushöhlung der allein den Frauen gebührenden Domäne „Genialität x Orientierungssinn = Frau hoch zwei“ dienen soll, entspringt diversen männerdominierten, sehr halbseidenen Geheimlogen und ist aufs Schärfste zu verurteilen. Parkhäuser sind demzufolge reine Männererfindung. Was auch sonst.
- Autos, die vier Meter lang sind, passen aus unerfindlichen, unerklärlichen und zudem auch völlig unlogischen Gründen nicht in Parklücken von drei Meter Länge. Wer auch immer sich das ausgedacht hat. Na, überlegen Sie mal!
- Rückwärts Einparken ist eine höchst diffizile Angelegenheit, die man am besten auf die frühen Morgenstunden oder in die tiefsten Nachtstunden verlegen sollte, wenn die Straßen so ausgestorben sind, wie das Gehirn von *setzen Sie hier den Namen einer von Ihnen besonders geschätzten Person ein.
Natürlich nur, damit zufällig vorbeikommende Männer nicht noch weitere Schäden an Ihrem fahrtechnischen Selbstbewusstsein erleiden müssen, was sie durch die Erfindung von noch gemeineren Frauenfallen, wie zB. Parkhäusern mit winzigkleinen Parkplätzen oder Parkhäusern, in denen man nur links fahren darf, zu kompensieren gedenken würden.
Das muss dann aber wirklich nicht sein!
- Wenn diese komische kleine Benzinlampe seit Tagen leuchtet, heißt das nicht, dass Sie die Glühbirnen vorne da am Auto, die bestimmt nicht Glühbirnen heißen, aber egal, wechseln müssen. Sondern das Benzin. Falls noch welches da ist.
- Winterreifen sind eine überflüssige Erfindung der Reifenindustrie, wie man besonders dieses Jahr mal wieder feststellen konnte und eine schändliche Verschleuderung von Ressourcen. Wie ich jedes Jahr, eingefroren und festgefahren in den Ardenner Schneegräben immer wieder fluchen betonen muss.
- “Rechts vor links” ist zwar eine sehr schöne, mittlerweile aber als total altmodisch und überholt angesehene Konvention aus den 60er Jahren, an die sich gewitzte Autofahr-Insider schon lange nicht mehr halten. Es geht auch ohne! Sie ziehen ja auch nicht immer noch die Klamotten aus den 60ern an, oder?

Ich hoffe, ich konnte über einige schwerwiegende Irrtümer aufklären und Sie mit wertvollen Tipps und Hintergrundwissen, besonders auf technischem Gebiet - ich sage nur: Glühbirnen! - erfreuen.
Ihre Anna Nuehm