Heute war ich einkaufen und zu meiner großen Überraschung standen da die Weihnachtsplätzchen einträchtig neben der Palette mit Sonnencrème-Holzkohle-Grillwürstchen und dahinter lugten auch schon die Osterhäschen raus.
Das war eigentlich alles wie gewohnt, aber was mich total irritierte: Es waren keine Marzipankartoffeln mehr da!
Dabei esse mag ich die so gerne!
Ich liebe Marzipankartoffeln vor allem wegen ihres morbiden Charakters. Die haben ja immer so komische Flecken, auf die ich nicht näher eingehen möchte. Sonst bricht der Marzipankartoffelmarkt zusammen.
Nur kurz zu diesen Flecken: Aus diesem Grund spielen Marzipankartoffeln immer in den ganzen CSI-Serien von Miami über Simbabwe bis Wanne-Eickel mit. Weil sie billiger sind als tote Statisten und noch dazu viel schöner. Außerdem kann man sie nach ihrer Verwendung dann verzehren, was bei den Statisten nicht so angebracht wäre. Sie schonen darum auch noch die Umwelt. Die Kartoffeln.
Es ist ein böses Gerücht, dass die Marzipankartoffel das für den Zuckerbäcker ist, was die Wurst für den Metzger: ein wandelnder Abfalleimer, mit dem man auch noch Geld verdienen kann. Wer streut solche Gerüchte? Es müssen Unmenschen sein!
Als Kind habe ich mit Marzipankartoffeln immer gebastelt. Schöne Türme, mit Streichhölzern verstärkt und in denen hat dann mein Meerschweinchen gewohnt. Es blieb ihm ja nichts anderes übrig. Da wusste ich noch nicht, dass man die essen kann. Mal so unter uns, kann man die wirklich essen? So echt, jetzt? Wirklich?
Oder ist das nur ein seltsames Produkt, von dem keiner mehr weiß:
Wer hat’s erfunden? Wofür ist es gut? Muss das sein?
Ich fragte also hilfesuchend nach den geliebten Kartoffeln und es hieß in der typisch nonchalanten Art, die fast allen Verkäuferinnen auf der Welt eigen ist: „NUR WAS DA LIEGT, SIE IDIOT. HAMM WER NISCH. HAUEN SIE AB!
Ebenso höflich erwiderte ich „Aha, vielen Dank, gnädige Frau. Ich wünsche Ihnen noch einen außerordentlich schönen Tag.“ Vielleicht sagte ich aber auch „Jaja, Sie mich auch“. Daran kann ich mich gerade nicht so genau erinnern.
Ich hatte dann aber einen Geistesblitz, fuhr zum Praktiker und siehe da, da standen die Kartöffelchen gleich palettenweise, direkt neben ihrem besten Freund Silikon und ihrem kleinen Bruder Fugenfüller.
Da hab ich sofort eine ganze Palette geordert und die wird morgen Nachmittag geliefert.
Ich werde es mir ganz gemütlich machen, mit den Marzipankartoffeln, hier und da vielleicht sogar mal eine essen, wenn ich mich traue. Andererseits muss ich sehr sparsam damit sein, denn das gesamte Bad soll renoviert werden, unter anderem stehen großflächige Abdichtungsarbeiten an. In der Küche muss ich den gesamten Fliesenspiegel erneuern und im Garten noch die Mauer verfugen. Und die Beule in meinem Auto wollte ich auch noch damit zuspachteln. Außerdem ist der Fahrradschlauch platt und auch dafür sind die Kartoffeln total gut geeignet. Kleiner Insidertipp: Abgefahrene Autoreifen bekommen durch eine Umwicklung mit Marzipan wieder mehr Grip.
Und so insgesamt bin ich der Meinung: Marzipankartoffeln sind das tollste und vielseitigste Produkt, das es überhaupt gibt. Man muss sie ja nicht unbedingt essen.
Danke!
Das haut dem Vater vor dem Fernseh der Kartoffel aus dem Maul. Dieser oder ein fast gleichlautender Roman von Herrn Eckhard Henscheid schießt mir ins Gerüst, liebes Frollein von Nuehm, zur mitternächtlichen Stunde, während Sie über die geilsten Styroporen filosofieren, die der Chemikalienwahn der späten 50er-Jahre je herausgeblasen hat, die Morbiditätskartoffeln aus dem Gynäkologie-Supermarkt! Ja und nochmal ja. Diese Teile so sind wahrhaftig gewordener Eiterekel aus Stoffen sonder Zahl, oft verwendet von Genitalautisten und Pelzverkäufern aus Ostrien. Zum Spielen nur bedingt geeignet: verseuchen sie doch ganze Landstriche mit Ernstmosch und Kastelrutherschbatzen – hochbrisanten Erregern aus Ihr
Schleim und sonstigen Weichsubstantien, die man nicht mal im Alptraum geschenkt haben möchte.
Daß Sie darüber so eklatant zu schreiben wagen, liebe arme Frau Nuehm: das zeugt für Ihre Charakterstärke angesichts solch viriler Dinge, die man überhaupt sonst nur dort findet, wo ich diesmal diesen Ihren Artikel aufzufinden imstande war: unter http://www.morbido.de – so spät in der Nacht!
Gute Güte, meine Liebe. Halten Sie Obacht vor diesem Stoff aus dem die Schäume sind!
Ihr hochbesorgter
MarZip Panik Schmitz
Lieber und zunehmend geschätzter Herr Psycho: voller Inbrunst und mit ernsthaft herzlichem Lächeln sage ich diesmal wirklich nix.
Sie Grinskopp! Ich.
Ihr
Schmitz
Sehen Sie, GP, ich erfülle immer alle Leserwünsche! Manchmal sogar sofort.. :-)
Verehrtester Herr Schmitz: Das ist eigentlich sehr schade, wo doch gerade Sie dazu prädestiniert wären, etwas zu sagen. „Doch der Herr da mit dem Kneifer, dem der Schuß im Dunkeln galt, der Herr der sagt nichts mehr.”
Wenn ich mal wieder besser drauf bin, lese ich mal bei Ihnen weiter. Was ich bisher las, liesß mich jedenfalls glauben, daß die Wertschätzung nicht einseitig war.
Werter Herr Schmitz,
verfallen Sie nicht in Marzi-Panik!
Ich beließ doch alle gruseligen Details im Dunkeln, aber wenn Sie auch immer herumstochern!
Da kann ich dann auch nix für!
Sie sind einfach zu schlau für diese Welt, ich sag’s Ihnen!
Darüber ernsthaft besorgt,
Anna Kleinheimer-Nuehm
:-)
Hach Frau Anna,
Sie glauben gar nicht wie sehr ich strahle, wie eine Sonnenbank. Bestimmt 5*5 Minuten, oder länger.
Ich lach mich scheckig und war gleichzeitig vom Fleck weg gerührt.
Ps.: Mir ist da neulich noch eingefallen, das vielleicht nicht alle den Witz mit dem “Original Rheinländischem Sauerbraten” beim Gibson-Artikel verstanden haben.
Weil, wie heißt es frei nach Herrn Grebe:
Labskaus ist ein Fischgericht
der Norddeutsche kennt den Inhalt
der Süddeutsche nicht…
Maz äh Pax
Schön, dass Sie sich freuen, Corax, sehen Sie, Anna vergisst NIX! Einmal Marzipankartoffeln, wie gewünscht.
Äh, zum Sauerbraten, vielleicht eher:
Glück auf?! oder am besten: Prost!
Einen rheinischen Sauerbraten…. den möcht ich jetzt gerne mal essen. So richtig, mit Rosinen und so. Verdammt – das ist mal eine Speise, die man in HH nicht bekommt. Jedenfalls nicht in der Perfektion, in der man sie sich wünscht.
Der schmeckt mir zu sauer, das fand ich als Kind immer schon gruselig.
Als wäre er alt´..
Sie meinen, Sie stünden im Wald hier?
Frau Anna,
jetzt wollt ich erst Annafant schreiben wegen des Gedächtniss, hab aber lieber Abstand von der Idee genommen wegen der anderen weitaus unschöneren Assoziationsmöglichkeiten.
Prost ist immer gut, einzige Ausnahme, es folgt ein: Mahlzeit, ist das nicht komisch?
Sauerbraten mag ich ganz gerne so zweimal im Jahr, bloß nicht original, davor hab ich mich als Kind immer gegruselt, sondern leicht abgewandelt.
Aber ich will ja keinem hier was vom Pferd erzählen. ;-)
Glück auf!
Nee, der andere Beitrag mit den Hirschen, den brünftigen spielt im Wald, GP.
:-)
OK, vielleicht war das eine Assoziationskette zu viel. Rheinischer Sauerbraten, alt, Düsseldorf, Altbier, Tote Hosen. Klar, ne?
corax: Nach Prost Mahlzeit zu sagen ist ähnlich schlimml, wie wenn man das zur Mittagszeit täte.
Original Sauerbraten. Das wär jetzt fast so schön wie ein Wiener Schnitzel. Mjam.
ANNAFANT! *hilfe…
JA, PROST- MAHLZEIT, klingt so schnippisch!
ja, lassen Sie Assoziationen mit Pferden, die man isst. Wir haben hier schon Marzipan, den man nicht isst. ;-)
Hier ist immer tote Hose, auch ohne den Braten. :-)
Sie können doch jetzt keinen Sauerbraten essen, GP.
Der liegt doch wie ein Stein im Magen.
besorgt, Anna
Frau Anna,
sehen Sie ich habs gerade noch rechtzeitig gemerkt.
Sonst hätt ich womöglich zur Strafe noch Löcher für Gartenteiche ausheben müssen in ihrem Hinterhof.
Moin, moin GP: An der Waterkant wird doch aber wohl noch ein Wiener Schnitzel aufzutreiben sein?
Zu: “Mahlzeit” Sie hatten offensichtlich noch niemals näher mit dem Bauhauptgewerbe und seinen Beschäftigten zu tun?
Stammen Sie etwa hier aus der Gegend der längsten Theke und der Wiege der Stahlindustrie?
Glück auf!
Corax, ja, ein Wiener Schnitzel gibt es hier. Sogar ein ganz phantastisches. Allerdings nicht zu der Uhrzeit, zu der ich gestern Hunger hatte.
Mahlzeit: Doch, selbstverständlich. Aber darf ich es deswegen nicht noch viel eher ablehnen?
Nein, tief im Westen bin ich nicht geboren. Ich mag D’Dorf ganz gerne. Und eben den Sauerbraten. Und ab und an ein Altbier.
Leider komme ich erst jetzt dazu, mich umfassend
zu entschuldigen.
ICH ENTSCHULDIGE MICH
Obwohl, so einfach kann das ja nicht gehen.
Ich kann mich doch nicht selbst entschuldigen, quasi von
Schuld frei sprechen.
So machen es aber alle – immer !
Sie sagen : “äh,tutmirleid ! äh”
Wäre es nicht klüger, alle um Verzeihen zu bitten?
Ja,ich denke schon.
Das werde ich jetzt auch in den schon von mir formulierten
Entschuldigungen in den älteren Beitragen nachtragen.
Na klar,klappt doch.
Weiß eigentlich jeder Möp, daß bei Neuaufruf einer Seite
der Zähler vor Freude hüpft?
Wenigstens etwas, was ich für Frl.Nühm tun kann.
Ich habe Ihre Entschuldigung schon vor Tagen angenommen.
Von daher reicht es langsam.
Man kann auch alles übertreiben und sollte es nicht auf die Spitze treiben.
Ich finde, es ist jetzt ein sehr guter Zeitpunkt damit aufzuhören.
Sie, liebes Fräulein Anna, ich wage es
kaum auszusprechen, haben “damals”
Meerschweinchen gegessen?
Zauberhafte Wesen wie Sie tun das
nicht. Oder doch?
Ihr Erdge
(nach Diktat verreist)
Lieber Herr Erdge,
ich wusste es ja nicht besser! Ich war ja unwissend, verstehen Sie?
Ich bin dann danach auch blitzartig Vegetariererererin geworden. Also eine ganz strenge Vegetariererin.
Ich hoffe, das verletzt im Nachhinein nicht Ihre religiösen Gefühle? Ich wäre untröstlich.
Und jetzt auch noch verreist! Was für ein Tag.
Ihre Anna
Bonjour,
J’aime les pommes de terre!
Au revoir
Bonjour Anna. :-)
moi aussi, chère Anna.
Bon appetit et à bientot!
Au revoir,
Anna (l’autre)