Tags

, , , , , , ,

Donnerstag: Superlustige Zahnop gehabt. Beschwingt von den Drogen, die mir mein Zahndealer Franky verabreicht hat, halte ich mich abwechselnd für Gina Lollobrigida, Sophia Loren oder Petrocelli. Manchmal auch für einen sprechenden Hund. Ich träume von einer Karriere als Zahnmodel und sehe mich schon als würdige Nachfolgerin von Dr. Best. Ich übe mit kiloweise Tomaten, in die ich lächelnd und schwafelnd meine Zahnbürste bohre. Sehr schön. Sehr elegant. Erste Essversuche scheitern kläglich, aber ich lache herzlich darüber.

Freitag: Werde von einem lauten Knurren geweckt. Hilfe, die Russen kommen! Ach nein, es ist nur mein Magen. Schaue mir ein verbeultes Gesicht im Spiegel an. Wer hat dieses hässliche Foto dahin geklebt? Ach so, das bin ja ich. Hihi.
Stunden später: Sehe immer noch so Scheiße ungesund aus. So kann ich doch nicht unter Leute gehen! Fühle mich wie der Elefantenmensch aus dem gleichnamigen Film.
Außerdem hab ich Hunger. Ich esse ein paar Schmerztabletten, sehr lecker. Den Abend verbringe ich schweigend und hungernd. Sehr ungewohnt, aber der Dalai Lama macht das schon seit 70 Jahren und warum sollte ich das nicht auch können?

Samstag: Mein Magen hängt in den Kniekehlen. So nicht, liebe Zähne, so nicht! Mutig beiße ich in ein Brötchen. Ein winziger Biss für einen Menschen, ein langer Schmerzensschrei für die Menschheit. Ein komisches Plastikteil fällt aus meinen “Zähnen”. Hui, toll. Wollte immer schon sehen, wie Zähne ohne Zahnschmelz aussehen. Kanns nicht unbedingt zur Nachahmung empfehlen, sieht nicht nur grauenhaft aus, tut auch noch grauenhaft weh. Verstehe blitzartig den Sinn der Redensart “meine Nerven liegen blank”. Ach so. Darum flippen die Leute immer so aus, wenn sie das sagen.
Operiere mich selbst mit Sekundenkleber: Passt, wackelt und hat Luft. Zahnarzt sein, wie einfach ist das denn? Lachhaft! Beschließe, demnächst nen VHS-Kurs zu belegen. “Zahnarzt werden in fünf Tagen”. Naja, drei reichen auch. Und dafür studieren die jahrelang? Kann ja wohl nicht wahr sein…
Stunden später. Werde von wahnsinnigen Schmerzen aus dem Schlaf gerissen. Muss zum Notdienst…

Sonntag: Kann keine Witze mehr hören, die Begriffe wie “Breichen”, “Säugling”, “Diät” enthalten. Mach gleich den Klitschko! Den Stärkeren von beiden! Oder beide gleichzeitig!
Habe Halluzinationen. Was so vier Tage ohne Essen ausmachen. Der Wahnsinn.
Verbringe den Tag in einem vorgezogenen Winterschlaf. Träume von Fleisch, Brötchen, Äpfeln. Esse stattdessen Suppe, Joghurt und nichts. Vor allen Dingen letzteres.
Falle abends kraftlos ins Bett und kann vor Kraftlosigkeit nicht mal einschlafen. Nicht schlimm, dann kann ich mich auch besser auf meine Schmerzen konzentrieren. Esse nachts um drei ein paar Tabletten. Keine Ahnung, wieviele. Schlafe darüber ein.

Montag: Werde von meinem Lieblingsnerv mit einem neckischen “Va-va-Voom” geweckt. Stehe senkrecht im Bett. Finde dann entsetzt fünf leere Packungen Schmerztabletten. Hilfe, ich bin überfallen und ausgeraubt worden! Wer tut denn so was? Bestien! Unmenschen!
Fahre winselnd zur nächsten Apotheke. Ach nein, die verkaufen mir ja schon seit Freitag nix mehr. Nehme einfach die fünfzehntnächste, da kennt man mich noch nicht. Ziehe mir vorsichtshalber eine Brille, ein Kopftuch und einen Schnurrbart an. Sicher ist sicher.
Rufe entnervt – haha – bei meinem Zahnarzt an. Will sofort meine alten Zähne zurück! Die mit den schönen Plomben. Anrufbeantworter dran. “Herr Blablabla ist auf die Malediven verreist..” Ist ja klar! Und mit welchem Geld? Mit meinem natürlich! “Kommt am 20. zurück.”
Ach, das ist ja schon nächste Woche! Super!
Size Zero, ich kommeeeeeeeeee!