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Black Beauty, Indianerweisheit, Pferdegetrappel, Weisheiten, wenn dein Pferd tot ist reite weiter
Hier das längst überfällige Update auf einen Blog-Artikel, der über 5000 Mal angeklickt wurde. Update deshalb: Der Text ist grottenschlecht geschrieben, schlechter Stil in gnadenloser Kombination mit doofer Idee – ich hatte so getan, als könnte man mit einem toten Pferd jede Menge Spaß haben – und: Ich habe jetzt eine andere Meinung über das Reiten von toten Pferden.
Abgesehen davon: Fragen sich Leute wirklich ernsthaft, was sie machen sollen, wenn sie auf einem toten Pferd sitzen? Sie sitzen auf einem toten Pferd, googlen zuerst “totes Pferd” im Internet und entscheiden dann, dass sie mit dem toten Pferd in Urlaub fahren, Weihnachten feiern, etc.?
Sorry, aber die Verantwortung dafür kann ich nicht länger übernehmen!
Hier also ein paar Vorschläge, was Sie wirklich tun können, wenn Sie ein totes Pferd reiten:
1. Erschießen Sie das Pferd! Jetzt! Sofort! Los, erschießen Sie es!
Sie merken etwas? Genau, erschießen ist sinnlos, denn es ist ja schon tot.
2. Sie reiten einfach weiter. Machen gute Miene zum bösen Spiel. Einfach immer weiter geradeaus reiten. Die Landschaft ansehen, ein munteres Liedchen pfeifen. Ignorieren Sie, dass das Pferd tot ist.
Das geht eine Zeitlang gut, aber irgendwann kracht das Pferd unter Ihnen zusammen. Wenn Sie Pech haben, genau in dem Moment, in dem Sie einen Sekundenschlaf am Zügel erleiden. Das Pferd kollabiert, Sie geraten unter das Pferd, mit seinem Wahnsinnsgewicht walzt es Sie zu Boden und Sie brechen sich mehrere Beine. Vielleicht sogar das Genick?! Fällt also aus.
3. Sie geben nochmal so richtig Gas! Los, feuern Sie Ihr Pferd an! Es ist bestimmt nur scheintot und wenn Sie ihm die Sporen geben, wird ihm neues Leben eingehaucht. Sie galoppieren wie Winnetou und Shatterhand über die Prärie, Ihr Haar weht im Wind, da klingelt plötzlich Ihr Handy:
“Hallo, Nuehm hier. Wollte Sie nur mal daran erinnern, dass Ihr Pferd tot ist.”
“Was?! Das kann gar nicht sein! Es reitet wie der Wind! Wenn es tot wäre, würde es unter mir zusammenklappen und das bei 120 Stundenkilome…”
KRACH! KRACKS! (siehe 2.)
“Genau!”
4. Sie geben nicht nur so richtig Gas, Sie geben Supervollgas! Das wird der Turbo-Booster für Ihr totes Pferd!
Sie melden sich mit Ihrem toten Pferd bei den Olypmischen Spielen an, beim Grand National und beim CHIO in Aachen. Und das in allen Wettbewerben: Springen, Galopp, Trab, Dressur – alles, was geht!
Sie unterschreiben einen Filmvertrag mit Spielberg über einen Blockbuster “Fury und die Teufelshufe im Vatikan”, versprechen einem großen Verlag einen “Aufsehen erregenden Pferde-Roman, auch mit Vampiren, mehreren Aliens und einem Typen wie Harry Potter, nur viel besser” und entwerfen eine ganze Kosmetik-Linie für Pferde, inklusive Duschgel, Hufpolitur und Zahnpasta.
Vergessen Sie es!
Die Medaillen werden Sie alle zurückgeben müssen, Spielberg wird Sie verklagen, so einen Roman gibt es bestimmt schon – Plagiatsvorwurf! – und die Pflegeserie liegt wie Blei in den Regalen, da sie nach verschimmeltem Pferdefell, Tod und Verwesung riecht!
Haben Sie es etwa vergessen?! Ihr Pferd ist tot!
5. Sie reiten weiter, aber ganz vorsichtig. Sie schleichen so richtig dahin, über Jahre schleichen Sie, ohne einen Mucks, und ganz langsam bröselt Ihnen das Pferd unter dem Hintern weg. Es zerfällt unter Ihnen zu Staub und Sie gleiten langsam zu Boden. In Zeitlupe. Vor Ihnen liegt ein Berg aus graubraunen Pferdebröseln. Sie schauen ihn lange an. Sie starren ihn an. Sie können es nicht fassen! Ihr Pferd, es ist wirklich tot!
Da liegt es. Sie brechen fassungslos zusammen.
6. Sie verbringen ein paar weitere Jahre damit, den Pferdebröselberg anzustarren. Voller Ensetzen!
War das Pferd nicht gestern noch so springlebendig? Oder war das vor drei Jahren? Und es war doch so ein tolles Pferd! Und so schön! Die Jahre gehen dahin, Sie lungern immer noch neben Ihrem toten Pferd in der Prärie, zerren alle paar Wochen an seinem Sattel und rufen:
“Steh auf! Ich weiß, dass du noch lebst! Es kann nicht sein, dass du tot bist.”
Nur ein paar weitere Jahre vergehen und irgendwann antwortet Ihnen das Pferd:
“Lass mich endlich in Ruhe! Kapier endlich, dass ich tot bin, du Idiot! Verschwinde!”
Sie legen sich in den Bröselberg und greifen tief mit den Händen hinein. Langsam rieseln die Brösel durch Ihre Finger, wie Sand im Meer der Zeit. Sie essen ein paar, um Ihrem Pferd nahe zu sein. Dabei denken Sie an die weichen Nüstern, die Ihr Pferd hatte. Sie seufzen.
Der Wind trägt irgendwann die letzten Pferdereste davon und dann haben Sie es endlich auch verstanden: Ihr Pferd ist wirklich tot, so ganz in echt. Und es ist weg. Langsam schleichen Sie davon.
7. Ihr Pferd ist tot, der Pferdebröselberg schon lange vom Winde verweht, aber Sie halten das alles für eine optische Täuschung.
Sie harren einfach in der Prärie aus. Ein paar Jahre, was ist das schon? Wenn man lange genug wartet, kehrt es wieder zurück, Ihr Superpferd. Irgendwann fangen Sie an zu wiehern, zupfen an den Grashalmen, der Baum hinter Ihnen fängt an zu sprechen “Hallo, ich bin ein Baum.” und Sie galoppieren fröhlich herum, denn Ihnen sind über Nacht Hufe gewachsen und Sie teilen Ihren Freunden auf facebook mit: “Heiße ab heute Black Beauty. *wieher”
Ihre Freunde machen sich Sorgen um Sie, da kommen auch schon die netten Männer mit der weißen Weste, Sie aber rufen “Lasst mich, ich bin ein Mustang, für die Freiheit geboren..”, aber dann werden Sie abgeführt und an einen Ort gebracht, wo kein Gras wächst. Weit und breit kein Gras.
Lassen Sie das nicht zu! Lassen Sie es nicht so weit kommen! Also, bevor Sie Ihre kostbare Zeit verschwenden:
Wenn das Pferd tot ist, steigt man ab – möglichst schnell. Sofort!
Und dann ab zum Pferdehändler Ihres Vertrauens und ein neues Pferd gekauft. Sofort!