Nicht umsonst steht sehr oft in der Zeitung „Rentner oder Single von Hund angeknabbert“. Nie aber „Hund von Rentner oder Single angeknabbert“. Warum wohl? Ja, warum?
Eben, es ist allgemein bekannt, dass Rentner und auch Singles ziemliche Einzelgänger sind, die den ganzen Tag zu Hause hocken. Außerdem haben sie meistens nicht mehr so gute Zähne – besonders die Singles, da sie sich ausschließlich von Schokoriegeln ernähren – was das Anknabbern natürlich sehr erschwert. Man kann aber sagen, sie machen es sich ganz schön einfach damit, dass sie keinen Hund anknabbern. Sie gehen einfach den Weg des geringsten Widerstands und gut ist!
Nicht so der Hund. Der legt sich da ganz schön ins Zeug, tut das oftmals mit Widerwillen, denn viele Rentner – und auch Singles! – nehmen sehr viele Medikamente und schmecken bestimmt ganz schön komisch, mal ganz abgesehen von den Nebenwirkungen für die Hunde. Aber sie opfern sich auf, damit der Rentner – und auch der Single – ins Krankenhaus kommt und mal wieder mehr unter Menschen ist. Während sie selbst für diesen Zeitraum ins Tierheim müssen und sich dort furchtbar langweilen. Das nenne ich mal ein Opfer.
Oft sind die angeknabberten Rentner – manchmal auch die Singles – aber auch schon leicht vergammelt dahingeschieden und dann kommt das heroische Verhalten des Hundes leider auch noch zu spät. Was umso tragischer ist. Es gelingt vielen Hunden aber in diesen Fällen die Bestattungskosten sehr niedrig zu halten, denn man kann auf einen kleineren Sarg ausweichen und die Angehörigen sind oftmals sehr froh darüber. Auch wenn sie das nicht so offen zeigen wollen, aus Pietätsgründen.
Hunde zeigen ihre guten Eigenschaften auch in den Fällen, dass sie Menschen vor fahrende Autos zerren, wo ihnen dann ein Plattfuß gefahren wird. Sie hatten eben den Auftrag des Menschen bekommen, über die Straße zu gehen und Menschen sollten sich vielleicht lieber vorher überlegen, was sie wollen und sich nicht im Nachhinein beklagen. Solche Fälle regen die Menschen sehr zum Nachdenken an – vor allem, wenn sie später keine Schuhe in Größe 59 finden – und führen zu überlegterem Handeln, was auf lange Sicht für jeden Menschen erstrebenswert ist, für seine Selbstentwicklung, und auch für sein Karma.
Es gibt auch andere Beispiele, in denen Hunde unter Einsatz ihres Lebens in ein brennendes Haus zurücklaufen, um ihre Frolic-Packung zu holen, ihr Herrchen aber drinnen liegen lassen, was auf den ersten Blick vielleicht ein wenig egoistisch aussehen könnte, in Wahrheit aber vom Hund sehr logisch und gut durchdacht ist: Wenn Herrchen nicht mehr da ist, und danach sieht es aus, wenn dieses bereits qualmend und röchelnd in der Ecke liegt – wer füttert denn dann bitteschön den Hund? Niemand, sehen Sie.
Eben darum nimmt sich der kluge Hund in weiser Voraussicht seine Futterrationen mit, damit er die nächsten Tage ohne sein Herrchen auch gut übersteht, bevor er an einen anderen angeknabberten Rentner weitervermittelt wird.
Womit sich dieser wundervolle Kreislauf des Lebens schließt.
Teil II der Trilogie: Der Hund ist der Freund des Menschen.
02 Montag Aug 2010
Veröffentlicht in Anna N.s unverständlichste but wertvollste Weisheiten