Rom, Aachen und die Busfahrer (2)

Gleich im Anschluss an den weltberühmten Dom mit dem phänomenalen Oktagon und dem bezaubernden Stuhl sind Aachens liebenswürdige Busfahrer zu nennen.
das-gefaehrt-des-grauens-steigen-sie-bloss-niemals-ein.jpg

Fast erlangten auch sie Weltberühmtheit, denn sie wurden einmal für den Kriegsnobelpreis vorgeschlagen. Leider wurde diese Rubrik von Herrn Nobel übersehen, sonst hätten die Busfahrer diesen schönen Preis verdientermaßen gewonnen. Da gibt es gar keinen Zweifel.

Aachen ist zu Recht stolz auf seine Busfahrer. Sie prägen das Stadtbild und den Straßenverkehr, denn 50% der Stadtbevölkerung sind Busfahrer, 25% der Bevölkerung essen Printen und die anderen 25% sitzen im Dom und bewundern den Stuhl von Kaiser Karl.

Deshalb die berechtigte Frage: Was wäre Aachen ohne seine grimmigen, brutalen, menschenrechtsverletzenden, sadistischen Busfahrer? Genau, eine Geisterstadt. Aber eine sehr nette.

Da würde hier und da mal ein komischer Strauch durchs Bild wirbeln, im Hintergrund klapperte ’ne Tür, aus dem Saloon hörte man ein paar Töne aus dem alten Klavier klimpern und ein dreibeiniger Hund humpelte von links nach rechts.
Das wäre doch eine Idylle, im Vergleich zu jetzt. Na, sogar das brennende Rom mit dem singenden Nero wäre eine Idylle!
Bevor jetzt alle Tierschützer wegen des Hundes aufjaulen: er hat natürlich vier Beine, aber eins trägt er in einem Stützverband, so dass man nur drei sieht.

Zurück zu den Busfahrern:
aachener-busfahrer-wie-er-leibt-und-lebt.jpg
Karl H., 48, „Busfahren ist mein Leben, wa!“

Sie wurden entweder aus Stasi-Restbeständen rekrutiert oder sind ehemalige GSG 9-Mitglieder. Manche haben auch als Fremdenlegionäre, Türsteher oder Polizei-Rollkommando gearbeitet und eine entsprechende Ausbildung durchlaufen, die sie ohne zu Zögern auch anwenden. Selbst wenn man nur einen Fahrschein lösen will oder guten Tag sagt. Aber sie fühlen sich dann sofort provoziert und führen einen im Polizeirettungsgriff zum Platz, eine im Grunde genommen sehr fürsorgliche Geste. Man könnte sich sonst auch im Bus verlaufen.

Wichtige Zusatzqualifikationen bei einer Bewerbung zum Busfahrer sind unter anderem Kenntnisse psychologischer Foltermethoden und spontanes Schreien, möglichst unmotiviert – um den Überraschungseffekt zu erhöhen – und mit mindestens 200 Dezibel.

Ihre neckische Ader, denn die Busfahrer sind wie überhaupt alle Aachener sehr humorvoll, zeigen sie gerne in kleineren Schäkereien mit den Fahrgästen: sie fahren an, wenn man noch halb in der Tür steckt, oder sie schließen die Tür, wenn man noch halb in der Tür steckt. Manchmal legen sie auch bei 90 kmh Knall auf Fall eine Vollbremsung hin, was für allgemeine Begeisterungsstürme sorgt. Verletzte werden an der nächsten Haltestelle aus dem Bus geworfen getragen, denn die Busfahrer haben ein Herz aus Gold und sind ständig im karitativen Einsatz.
Böse Gerüchte, dass sie eine Kopfgeldprämie von den umliegenden Krankenhäusern beziehen, haben sich als haltlose Diffamierungen erwiesen. Sie bekommen lediglich von der Bestattungsindustrie eine kleine Ausfallentschädigung, wenn zimperliche Fahrgäste einfach so während der Fahrt versterben.

Ihre in jahrelangen Studien von „Kampf um Rom“ oder „Ben Hur“ erworbene Leidenschaft für Wagenrennen zeigen sie in spontanen Schaukämpfen, sehr zur Freude der teilnehmenden Autofahrer aber auch der paralysierten Fahrgäste. Zudem untermalen sie das Geschehen noch mit ihrem wahnsinnigen herzlichen Lachen. Ein unvergessliches Erlebnis.

Hier sehen Sie einige Busfahrer bei einem gemütlichen Beisammensein:
weihnachtsfeier-aachener-busfahrer.jpg
„Lustig, lustig, trallallalala..“

Insgesamt finden das alle immer sehr lustig, besonders aber die Busfahrer und deshalb herrscht immer eine sehr große Heiterkeit und eine sehr harmonische Stimmung in den Bussen, wie auch in ganz Aachen.

Denn im Grunde ist Aachen ein einziger großer Bus. Nur, dass der nicht fährt.

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30 Antworten zu Rom, Aachen und die Busfahrer (2)

  1. Matt schreibt:

    Die nettesten Busfahrer exportieren wir übrigens seit Jahren heimlich nach Aachen, weil sie einfach zu weich sind für die Großstadt.

  2. Anna Nuehm schreibt:

    Danke, der ist hier angekommen. Hatte mit ihm auch schon mal das Vergnügen. :-)

  3. BaziND schreibt:

    Lustig, lustig, Trallallala … das sieht mir aber eher nach einer Passagiersversammlung aus.

  4. Olaf schreibt:

    Liebe Frau Nuehm,
    beim letzten Bild muß Ihnen ein Fehler unterlaufen sein – es zeigt die Besatzung der Liniengaleere Hamburg-Cuxhaven bei der Christmas Tour 2005.
    Ich bin mir ganz sicher.

  5. Anna Nuehm schreibt:

    @BaziND und Olaf:
    Sie haben beide Recht. Ich habe das Bild manipuliert.

    Es zeigt in Wahrheit Aachener Buspassagiere, die wegen schwerer Vergehen – Reden während der Fahrt oder ungefragtes Aufstehen – ihre Strafe in einer Liniengaleere Hamburg-Cuxhaven abbüßen müssen.

    Aber das mit Weihnachten, das stimmt.

  6. Pingback: Die Stadt, der Müll und die Printen (3) « Anna Nuehm

  7. S-achte schreibt:

    Anna, bitte, schick doch mal ein paar von Deinen Kamikazefahrern nach Freiburg!
    Und wenn dann noch jemand 2, 3 von den dummsnakkenden Kieler Buslenkern dazusteuert, die eh keiner versteht, außer man ist mit Flens großgezogen worden, dann, ja dann, haben wir endlich ein wenig Spaß hier bei der Durchquerung der alternativen Siedlungen zwischen draußen und dem einigermaßen wahren Leben downtown;-)!
    Die hier sind so öde langweilig, da könnte ich noch nicht mal eine Kindergeschichte von schreiben!
    Bitte!
    Ich benutz dann auch immer die Öfis!!
    Grüßle
    Roland

  8. Anna Nuehm schreibt:

    Roland, das Leben ist auch ungerecht!
    Wir haben hier Spiele, Spaß und Spannung in den Bussen und ihr habt NIX.
    Bring doch einfach mal Stimmung in die Bude, ruf laut „ich hab eine Eisbombe in meiner Tasche“ und dann wird es bestimmt lustig.
    Oder du fährst ohne Fahrschein, das erhöht die Spannung auch mehr, als man denkt!
    Auch kleine Schritte führen zum Ziel: ;-)

    Ich werde mich aber dafür einsetzen, dass einige Busfahrer zu euch gesendet werden. Sie wären dann im gelobten Land und hätten bestimmt bald Kultstatus.
    Grüßle,
    Anna :-)

  9. S-achte schreibt:

    Na das ist gut!! Eisbombe, alternativ Arschbombe?
    Vielleicht auch Knallcharge! Oder Sprengbock.
    Danke Anna, ich werde mich kreativ bemühen und berichten, wenn ich nicht von der KSK erschosssen wurde!
    Oder vom Schäuble nausgspäht worre ben! Mr woiß ja nie!
    ;-)
    Grüßle
    Roland

  10. Anna Nuehm schreibt:

    Herr Roland,
    Sie sind hiermit virtuell verhaftet, da sich in Ihrem Kommentar die Wörter „Bombe“, „Knall“ und „Spreng“ befanden.
    Finden Sie sich bitte umgehend auf dem nächstgelegenen Polizeipräsidium ein.
    Wir danken Ihnen für Ihre Mitarbeit.
    Heinz Adalbert Schäuble und Konsorten

    :-)

  11. S-achte schreibt:

    Ja aber aber ber ja was Hilfe!!!
    Echt?
    Wo muß ich denn da hin?
    Darf ich da noch selber fahren oder muß ich laufen?
    Die könnten mich doch aber auch holen, mit den schnieken grünweißen Kombischlitten!
    Dann muß ich nämlich nicht so viel Parkgebühren zahlen bis ich meine Karre nach lebenslänglich incl. Sicherungsverwahrung wieder abholen darf.
    Sir’in: Könntest Du das bitte noch arrangieren? Wäre extremst hilfreich!
    Und wie ist das mit dem Gepäck? 20 kg, nur Handgepäck, irgendwelche Flüssigkeitenbeschränkungen, etc. pp.?

    Vielsten Dank
    1er Chef de Management de Sabotage

  12. S-achte schreibt:

    Komisch, ich lese aus Versehen statt ‚Printenindustrie‘ heut nur ‚Piratenindustrie‘! Ist das so oder würde meine Brille helfen?
    Busentern? (Bus-entern, nicht Busen-tern …)
    Grüßle
    Roland

  13. Anna Nuehm schreibt:

    Herr Roland,
    Sie sind ein Sicherheitsrisiko, Sie dürfen alleine nirgendwo mehr hinfahren. Sie werden umgehend abgeholt, so in ca fünf Minuten.
    Gepäck: ein Schlafanzug, ein Game Boy. Mehr brauchen Sie nicht. Ihre Brille auch. ;-)
    Außerdem: Bauen Sie den Bundestrojaner aus, der sich auf Ihrer Festplatte befindet, stecken Sie ihn in einen Briefumschlag und kleben Sie diesen zu.
    Wir habens nicht so dicke, dass wir die Dinger nicht noch mal einsetzen könnten.
    BRILLE, denken Sie an Ihre Brille.
    Herzlichst
    Fritz Edeltraut Angelina Schäuble

  14. S-achte schreibt:

    Nee, nee, so geht das nicht!!!
    Wo bekomm ich denn um diese Zeit in 5 Mínuten einen game boy her? Hä?
    Das hat mein Zentralspielzeugladen Esso in der Sundgauallee mit Sicherheit nicht!
    Verehrte Schäublerin, Sie müssen sich also mindestens auf Montag vertrösten lassen. Oder wär Dienstag besser? Mittwoch kann ich gar nicht: Nur Termine, Donnerstag eventuell Nachmittags. Freitags sieht’s wieder ganz gut aus!
    Eine schriftliche Einladung wäre in dem Fall hilfreich.

    HAV
    Ich

  15. S-achte schreibt:

    Noch was: Die Bundestrojaner hab ich schon in den Biomüll getan. War das ökologisch richtig?
    Wieso eigentlich einen Trojaner? Ich hatte da so einen Esel auf der Platte und da waren einige drin … von den Trojanern!
    Ziemlich weiche Semmeln, haben nicht viel Mecker gemacht als ich sie entsorgt hab. Bin mir wie gesagt nur nicht ganz sicher, ob das mit dem Biomüll richtig war.

    *zerknirscht*

  16. Anna Nuehm schreibt:

    Herr Roland, Sie lesen doch, was ich hier schreibe, oder?
    Das nennt man auch schriftlich. Also.
    Es klingelt, bitte öffnen Sie sofort.

    Bringen Sie eben Ihre Play Station mit, ist auch okay.
    Trojaner in den Biomüll? Das ist ein weiteres Verbrechen, für dass Sie gerade stehen müssen.
    Trojaner kommen in den gelben Sack und werden nach China exportiert.
    *haareraufend
    Britney Schäuble

  17. S-achte schreibt:

    Wo de ma ya!
    Play station??? Die haben die auch nicht!!! Geht I-pod? Den hätt ich daheim!
    Puh, so eine Verhaftung ist eine ganz schön komplizierte Angelegenheit!! Darf man nicht unterschätzen! Man kann ja auch so viel falsch machen!! Unglaublich!
    Aber noch was, Komunalwachtfrau Schäuble: Was machen denn die Chinesen mit so viel Trojanern? Die haben ja überhaupt kein Troja in der Nähe? Versorgen die die auch artgerecht?
    *besorgtsei*

  18. Anna Nuehm schreibt:

    Ipod ist auch gut. Seien Sie einfach kooperativ.

    Die Chinesen brauchen die Trojaner, weil sie neidisch auf unsere Angela sind und die klonen wollen.
    Darum brauchen sie sehr viele Informationen über uns!
    Die Angela hat bei dem letzten Besuch nämlich so elegant mit den Stöckchen jongliert, dass drei chinesische Staatszirkusse vor Neid erblassten.
    Darum der ganze Aufwand. Es geht um diese Stöckchensache.
    Das bleibt aber unter uns. Das sind Interna.

    Beruhigend,
    Kevin-Annette Schäuble

  19. Anna Nuehm schreibt:

    Das Beweisfoto, damit Sie wissen, worum es geht!

    http://www.welt.de/politik/article1141466/Auch_die_Dissidenten_loben_Angela_Merkel.html?r=RSS

    Schauen Sie es an und Sie verstehen die Hintergründe!!!!

  20. S-achte schreibt:

    Aber warum klonen? Die können in dem Fall doch auch das Original haben, von mir aus!
    Obwohl, nee, da ich ja plane mehr in China zu sein, und dann da das Original … und einen Haufen Chinacopy davon …
    Muß nicht sein!
    Könnte man das denen nicht irgenwie ausreden? Z. B. daß wenn Angie da bleibt, alle chinesischen Stöckchenschwinger pauschal mal des dopings überführt werden? Oder so?
    Klar bleibt das unter uns
    BCC: meldemal@bild.de

  21. Anna Nuehm schreibt:

    Roland, ein aktueller Eintrag als Reaktion auf viele Fragen!

  22. S-achte schreibt:

    Jetzt sind wir beim ernsten Teil, oder?
    Hab den link zu spät gesehen, nur diagonal gelesen bis jetzt, aber dankbar für’s rausfischen!
    Scheint über die Lästerei hinaus interessant zu sein! Ich verspreche ihn zu studieren, sobald ich wieder mental bereit bin, mich ernsten Dingen zu öffnen. Diese Nacht also nicht mehr;-)
    Ok le?
    Grüßle
    Roland

  23. Anna Nuehm schreibt:

    Ernst ist es eher nicht :-)
    kannste aber trotzdem studieren.. ich hau mich inne Falle!
    :-)
    Gutes Nächtle und schönes Grüßle
    Anna S. :-)

  24. S-achte schreibt:

    Dto
    schönen Sonntag!

  25. S-achte schreibt:

    Jessas bin ich langsam!!!!
    Da gibt’s einen neuen Beitrag im Blog!!!
    Herrje!!
    Und der ist noch nicht fertig!
    Ich schau dann mal morgen vorbei!
    Grüßle
    Au Bette!

  26. Anna Nuehm schreibt:

    Jo, is noch nicht fertig, ich schlafe aber schon halb :-)
    Schönen Sonntag, Roland :-)
    Anna Ching

  27. Pingback: Newsticker: Die Hintergründe für die Chinesentrojaner « Anna Nuehm

  28. voll die seuche schreibt:

    irre, worüber ihr euch gedanken macht,
    abba stimmen tut dat schon

    Jruß va Oche
    Isch

  29. Busklopper schreibt:

    Wer will noch paar op die Vress?
    Fahrschein lösen is net, wer bei mir einsteigt, muss sich pro Teilstrecke mindestesn einen Zahn ausschlagen lassen, ihr verkommenes Jesocks!!!
    Oder statt Monatskarte lleiber gleich ein paar Knochenbrüche jefällisch?

  30. Anna Nuehm schreibt:

    @voll die Seuche, natürlich stimmt dat alles. Alles so gut recherchiert, wie der Werbelink entfernt ist. ;-)
    Jruß ebenfalls aus Oche! Thanks :-)

    @Busklopper, eieiei. Da kennt sich jemand aber gut aus in den Aachener Busgepflogenheiten.
    Ich nehm dann mal schnell ein Taxi!
    :-)

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