Ich kann Eure Gedanken lesen…

Ganz genau. So ist das.
Wer hier mitliest, sollte sich dessen immer bewusst sein: Frau Nuehm kann alle Gedanken der Leser lesen. Dies zum einen durch meine jahrelange Mitarbeit als offizielles Medium der Nrw-Polizeipferdeinnung, aber zum anderen auch durch meine intensive Ausbildung als Mentalistin in einem Uri Geller-Bootcamp. Und ich muss sagen, was manchmal da so herübergewabert kommt, das ist schon ganz schön heftig.

Momentan denken sehr viele „Mann, Nuehm ist echt richtig schreibfaul geworden, bestimmt lungert sie den ganzen Tag nur faul im Internet herum, vertreibt sich die Zeit, aber schreiben tut sie nix, das faule Stück! Man sollte sie direkt verklagen, aber wahrscheinlich ist sie noch zu bequem, den Gerichtstermin wahrzunehmen, und ich sitz dann wie ein Depp auf den Anwaltskosten! Unverschämt!“
Anderen geht eher so ein „Hmmmmmmmm, komisch…“ durch den Kopf, manchen auch ein „Also!! Nee! Immer noch nix Neues! Was soll das, Nuehm??“
Heute rief sogar meine Mutter an und beschwerte sich: „Kind, du hast schon ewig nix in deinem Blog geschrieben, wo soll das denn hinführen??“
Ich so, gerade genüsslich und dekadent in meiner Internethängematte herumliegend: „Ich schreib ja was! Mann!“

Also an mir liegts nicht!
Schuld ist das unverschämt tolle Wetter. Mit diesem geradezu beleidigend schönen und so kitschig blauen Himmel, der aussieht, als wäre er einfach nicht echt. Unfassbar.
Darum sitze ich fast den ganzen Tag, wenn ich nicht gerade sinn-, zeit- und nutzlos im Internet surfe, auf meiner Terrasse, lege den Kopf in den Nacken und durchbohre den Himmel mit meinen analysierenden Blicken. Ist der wirklich echt?

Misstrauisch betrachte ich dann die Sonne, die es dieses Jahr mal wieder schamlos übertreibt, sich im Februar einen Wolf scheint, wahrscheinlich im März dann ihr ganzes Pulver verschossen hat, schwarze Altersflecken bekommt und im April dann in Frührente geht.
Na toll!
Das wars dann mal wieder mit dem Sommer! Man sollte deshalb möglichst bald grillen, den Bikini anziehen und den Rasen mähen. Sonst wird das mal wieder nix.
Vor lauter Himmelsbetrachtung habe ich auch eine Genickstarre siebten Grades bekommen, die durch mein abendliches Sonnenuntergangsbeobachtungszeremonial noch verschlimmert wird. Grauenhaft dieser blutorangerote Schein, der alles in ein zartes Licht taucht, nicht von dieser Welt, da sieht ja sogar Aachen toll aus und das kann einfach nicht sein! Das ist doch nicht normal für nen Himmel. Wo soll das denn hinführen?

Ich wollte die Sonne darum jetzt verklagen, oder von ihr zumindest einen etwas vernünftigeren und sparsameren Umgang mit ihren Sonnenscheinstunden verlangen.
„Teil dich halt ein“, hat meine Oma früher auch immer gesagt, wenn ich am 2. des Monats schon wieder pleite war. Und was tut man, wenn man kein Geld mehr für Pezbonbons oder Brausepulver hat, diese aber in den Auslagen des Tante Emma-Ladens so verlockend stehen?
Genau, man klaut. So wie Klein-Anna! Wenn auch nur ein Pez, aber ich habe immer noch schwere Gewissensbisse deswegen. Und schlaflose Nächte. Muss das denn sein? Nein!
Darum, Sonne, Kriminalität ist auch keine Lösung! Teil dich ein! Noch so ein Sommer wie letztes Jahr und ich wandere aus!
Und dass ich hier fast nicht mehr zum Bloggen komme, also das könnte richtig Ärger geben!

Hochachtungsvoll, aber schon ziemlich verstimmt,
Nuehm

Über Liv Maxx

I love Writing.
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16 Antworten zu Ich kann Eure Gedanken lesen…

  1. Sie sprechen mir aus der Seele!

  2. Anna Nuehm schreibt:

    Danke. Dafür bin ich ja da. ;-)
    Prost!
    Anna :-)

  3. Westpfalz-Johnny schreibt:

    Hatte Ihre Mutter nicht gesagt: “Ei Kind, du hoscht awer schun eeeeeeewich nix in deinem Blog geschrieb, wo soll dat nur enden??”

    Wann starten Sie die diesjährige Schwenker-Saison?

  4. corax schreibt:

    Frau Anna,

    da sind Sie ja wieder.

    Und was denk ich gerade? Na? Na?
    Richtig, dass Sie sich anscheinend noch immer nicht so ganz in diesem wunderschönen Bundesland akklimatisiert haben.
    Nrw-Polizeipferdeinnung? Wie heißt das Land das Sie so herzlich aufgenommen hat? Wie schreibt sich das?
    Genau, tststs. :-)

    Wenn Sie übrigens nicht genug bekommen von blutorangerot scheinenden Himmelskörpern können Sie das ab morgen auch des nächtens tuen, dass den Himmel mit Blicken durchbohren. Ich lass nämlich morgen den Mond sich in rötliches Licht verfärben. Uri Geller, pah, Stümper. :-)

    Halten Sie sich bitte bereit und Ihre Augen offen.
    Geplant ist folgender Ablauf (bitte leichte Abweichungen auf Grund unterschiedlicher Längengrade beachten):

    Eintritt in den Halbschatten (1. Kontakt): 01.35 Uhr MEZ
    Eintritt in den Kernschatten (2. Kontakt): 02.43 Uhr MEZ
    Beginn der totalen Phase (3. Kontakt): 04.01 Uhr MEZ
    Maximale Blutorangeverfärbung: 04.26 Uhr MEZ
    Ende der totalen Phase (4. Kontakt): 04.51 Uhr MEZ
    Austritt aus dem Kernschatten (5. Kontakt): 06.09 Uhr MEZ
    Austritt aus dem Halbschatten (6. Kontakt): 07.17 Uhr MEZ
    Beste Sichtbarkeit: ganz Aachen, Nordrhein-Westfalen und restliches Europa.
    Vorausgesetzt Frau Tilla spielt mit und hält uns die Wolken vom Leib. :-)

    Glück auf! :-)

    PS:
    Jetzt weiß ich endlich auch woher verpezen kommt.

  5. Phil schreibt:

    Bei uns hier im scheene Hesse scheint die Sonne auch überdurchschnittlich, für die Terass‘ isses aber echd noch zu frisch ;-)

  6. gaviota schreibt:

    Geniessen ist eine Gabe die nur wenige besitzen, aus diesem Grund liebe Anna…geniesse was das Zeug hält, denn du hast Recht…wer weiß wie der Sommer dieses Jahr aussehen mag ;-)

  7. twoblogs schreibt:

    Also die vorsorgliche weit in die Zukunft führende Wetterbeobachtung, wie Sie sie betreiben, Änni, kann sich ja nur aufs Gemüt schlagen. Sonne, halt – ist das Ihre Botschaft? Oder besser: halt ein? Und noch besser: verschwind endlich; später hast du noch genug Zeit zum Auftauchen? Audrii

    PS: Zum Trost kriegen Sie jetzt einen Preis – aber welchen? – für Ihr „Sonnenuntergangsbeobachtungszeremonial“. (Fürs Wort, nicht für die Tätigkeit!)

  8. Erdge Schoss schreibt:

    Dieser Sommer, liebes Fräulein Anna, wird ein formidabler, lang und heiß. Und, Pez hin oder her, schließen Sie die Augen und genießen Sie den Auftakt zu einem Jahr wie es noch nie war.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  9. Anna Nuehm schreibt:

    Westpfalz-Johnny,
    wahrhaft perfektes Saarländisch fließt elegant aus Ihrem pfälzischen Mund. Sind Sie sicher, dass es in Ihrer Pfälzer Ahnenreihe nicht zu Grenzüberschreitungen seitens der Saarländer kam? :D
    Eröffnung der Grillsaison: gestern.
    :-)

    Herr Corax,
    danke für die schöne Musik mit Ohrwurmqualität. Frankieboy ist einfach ein Haudegen!
    Mein Wecker ist auf vier Uhr gestellt. Ich bin gespannt auf Ihre mentalistische Performännz.
    :-)
    Was Sie gedacht haben? Sie haben gedacht: da ist sie ja wieder! Stimmt’s? Sehen Sie!
    Verpezt hat mich damals keiner, höchstens ich selbst, da ich fortan den von mir beraubten Laden nur noch mit verdächtig rotem Kopf betrat und Jahre später heulend und meine Missetat gestehend schnurstracks zusammenbrach…
    So kanns gehen!
    Anna :-)

    Phil, also uff der Terrass isses nie zu kalt, da kennen mer nix! Außerdem kann man sich ja die Händ am Grillfeuer wärmen, gell?
    :-)

  10. Anna Nuehm schreibt:

    Cara Gaviota, :-)
    heute war die Sonne weg! Also so hab ich das jetzt auch wieder nicht gemeint! ;-)
    Genießen, ja, eine Kunst, die nur wenige beherrschen. Ich eher nicht so… ;-)

    Liebes Fräulein Audrii,
    einteilen ist das Zauberwort, damit die Sonne auch im Juli/August noch genügend Sonnenstundenvorräte hat und der Sommer nicht wieder zum Winter wird. So wie letztes Jahr..
    Danke für den Preis. Ich nehme da alles, was es so gibt oder was Sie so spontan erfinden können.
    Ihre Anna :-)

    Lieber Erdge,
    ein formidables Jahr – wenn Sie das sagen, dann wird das auch stimmen. Ich verlasse mich voll auf Ihre seherischen, meteorologischen und astrologischen Fähigkeiten.
    Mit dem Pez ist es ja auch schon verjährt. Aber an das Sch…gefühl kann ich mich noch sehr gut erinnern. Seltsam.
    So ein Pez.
    Herzlich
    Ihre Anna :-)

  11. Olaf schreibt:

    Frau Anna,

    was für PEZ-Figuren hatten Sie ? Ich meine diese bunten Plastikdinger, die dem Prinzip von Waffenmagazinen nachgebildet waren, bei denen der Mensch dann den Kopf der Figur nach hinten kippt und vorne dann ein PEZ herauskam. Ich hatte u. a. einen Goofy, die anderen erinnere ich gar nicht mehr.
    Gibt es die heute noch irgendwo ? Wie einfach Kinder damals noch glücklich gemacht werden konnten. Ich jedenfalls. Ich glaube, ich werde alt.

  12. HG schreibt:

    @Olaf

    Einfach mal beim bekannten Internet-Auktionshaus nach „PEZ Figuren“ suchen. Dann wahrscheinlich ärgern, dass man nicht mehr im Besitz der Goofy-Figur ist. ;-)

  13. twoblogs schreibt:

    Sie, Änni, erhalten den Güldenen Sonnenuntergangsbeobachtungszeremonialpreis, und zwar mit den Worten: Essen Sie ihn nicht auf einmal auf! Teilen Sie ihn gemäss Ihrem Zauberwort „Sonnenstundenvorräte“ übers restliche Jahr hinweg auf. Ein Quäntchen sollte auch noch für 010109 übrig bleiben! Audrii

  14. Anna Nuehm schreibt:

    Herr Olaf,
    ich hatte keinerlei Figur. Nur ein Pezpäckchen. Und das gehörte nicht einmal mir. Ach, es war hart damals, in den Straßen des Saarlandes, als noch Ungerechtigkeit und das Faustrecht regierten.
    Sie hatten einen Goofy? Sie Privilegierter der hanseatischen upper-class..
    :-)

    HG,
    ja. Und mein Pezpäckchen habe ich schnöde verspeist. Sonst wäre ich wahrscheinlich auch Millionärin..

    Liebe Audrii,
    dankeschön. Ich werde sehr sparsam sein, damit ich in den schlechten Zeiten, wenn einem nur kurze Wörter einfallen, mich daran erquicken kann. :-)

  15. Olaf schreibt:

    Ich „Privilegierter der hanseatischen upper-class“ hatte einen Vater, der laut meiner Geburtsurkunde „Hilfsarbeiter“ war, was meine Mutter richtig aufgeregt hat, weil er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann hatte (heute hieße das wohl sales manager oder account manager), nur zu meiner Geburt beruflich eben Hilfskraft war. Er avancierte zum Druckereifacharbeiter und war in den siebziger Jahren an einem der ersten sog. „Scanner“ ;-) (Riesenapparate, die heute z. T. Aktenkoffergröße haben) beschäftigt. Im Jahre meiner Geburt wurde das Prinzip des Transistors entdeckt.
    Und in den sechziger Jahren hatte.ich.einen.Goofy, ja.
    Und ein ein dunkelblaues Sakko – so ganz hanseatisch – mit Goldknöpfen oder derartiges war nicht. Das war die soziale Unterliga oder obere Unterklasse. Irgendsoetwas.
    Das waren noch Zeiten ;-)

  16. Anna Nuehm schreibt:

    Olaf, sehen Sie mal, wie sich die Welt verändert. Scanner passten früher in einen Häuserblock, heute in die Westentasche.
    Sie hatten einen Goofy und heute wären Sie Millionär, wenn Sie ihn immer noch hätten. ;-)
    Aber wer braucht schon ein Sakko mit Goldknöpfen? Außer dem „Kleinen Lord“? Und das auch nur an Weihnachten..
    :-)

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