Berühmte Filmdialoge (6) – Bonanza yippieh ya yeah!

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Familie Cartwright in gemütlicher Runde beim Abendessen. Stilvolles Ambiente. Frackzwang. Silberne Kerzenleuchter stehen auf der rotweißkarierten Tischdecke und Hoss hat die Papierservietten zu eleganten Schwänen gefaltet. Im Hintergrund ertönt leise Klaviermusik von Hop Sing, der das „Prélude op. 28 Nr. 4“ von Chopin in einer neuartigen, extravaganten Interpretation zum Besten gibt.

Ben (pathetisch): „Haut rein Jungs, lasst es euch schmecken. Wir haben einen harten Tag hinter uns. Wir haben die Rinder repariert, die Zäune geschoren, dann die Kojoten zusammengetrieben, gegen Tollwut geimpft und im Saloon von Dodge City das Klavier gestimmt. Ihr habt euch euer Essen redlich verdient.“
Hoss (schlau): „Pa, das mit den Rindern verstehe ich jetzt nicht.“
Little Joe (abbügelnd): „Hoss, du Blindschleiche. Pa hat lediglich etwas verwechselt, klugscheißer nicht rum und iss deine Bohnen.“
Hoss (weinerlich): „Pa, Little Jo ist immer so böse zu mir und letztens..“
Ben (genervt): „Ruhe Jungs, esst jetzt! Sonst reißt mein Magengeschwür und dann ist alles zu spät!“
Adam (Bombe platzen lassend): „Ich glaube, ich will kein Cowboy mehr sein.“
Ben (herzzerreißend): „ADAM!!!!!“
Hoss (nachplappernd): „Adam!“
Little Joe (spitz): „Aha, hört, hört.“
Ben (meisterhaft verdrängend): „Red nicht so ein dummes Zeug und iss deine Bohnen.“
Hoss (einsteinhaft): „Adam, das geht doch gar nicht. Du hast doch gar nix anderes gelernt!“
Little Joe (süffisant): „Da wäre ich mir nicht so sicher..“
Adam (Sinn des Lebens sucherisch): „Es ödet mich an. Immer derselbe Trott. Ich will auch mal was erleben!“
Little Joe (in die Kerbe hauend): „Vielleicht ja als Tänzerin in Miss Kittys Saloon?“
Ben (Mantel des Schweigens über alles hängen wollend): „LITTLE JOE! DU SCHANDMAUL! Sofort Ruhe oder du..“
Little Joe (respektlos gähnend ohne die Hand vor den Mund zu halten): „…gehst in dein Zimmer, jaja, ich weiß..“
Adam (dramatisch-theatralisch-schmerzlich): „Es erfüllt mich einfach nicht, dieses Cowboydasein. Und dann diese schweren Stiefel, die immer so hart an meinen zarten Zehen scheuern.. Ich hab bestimmt schon 20 Hühneraugen pro Fuß..“
Little Joe (verschlagen-kameradenschweinisch): „Klar, die stören natürlich bei deinen Ballettsprüngen, die du immer vor dem Spiegel machst, wenn du zur Musik von den Petshop Boys..“
Ben (cholerisch platzend): „LITTLE JOE! DAS WARS, DU ELENDER VERLEUMDER! OHNE ESSEN INS BETT!“
Little Joe (nihilistisch): „Tschüss.“
Hoss (pragmatisch): „Darf ich die Portion von Little Joe aufessen, Pa?“
Ben (magengeschwürgefährdend): „NEIN! DARFST DU NICHT! DU HAST EINEN BMI VON 56! ICH HABE DICH BEI DEN ANONYMEN ESSSÜCHTIGEN ANGEMELDET!!! UND AUSSERDEM STEHT ES MIR BIS OBENHIN MIT EUCH ALLEN!!!“
Adam (selbstverliebt-kokett): „Ei ämm wott ei ämm..lalalalaaaa… dumdideldumdidel..träller..“
Hoss (stoisch): „Heißt das jetzt ja oder nein?“
Ben (resignierend): „Ich geh jetzt auf mein Zimmer!“

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21 Antworten zu Berühmte Filmdialoge (6) – Bonanza yippieh ya yeah!

  1. corax schreibt:

    Frau Anna,

    Remember that piano, so delightful, unusual
    That classic sensation, sentimental confusion …

    Glück auf! :-)

  2. Phil schreibt:

    Ich vermisse im Zwiestreit Herrn Hopsing: „Dalf ich den Helln eine Cullywulst leichen…?“

    ;-)

  3. Olaf schreibt:

    Hop Sing, ja an den mußte ich auch denken.
    Vielleicht kann er die verfahrene Situation mit einem Splichwolt aus seinel Heimat entspannen, etwa „Fleundschaft beginnt mit F, genauso wie Familie.“
    Und alle halten inne, sehen sich an und beginnen zu lachen und sich auf die Schulter zu klopfen.
    Abspann mit Musik.

  4. Anna Nuehm schreibt:

    Herr Corax,
    Sie kennen auch alle Lieder westlich von Santa Fé [Fee?] und östlich der 80er Jahre!
    Der gute alte Gazebo!
    „Pling pling pling, Ei leik Schopäng!“
    Und das Automobil wäre was für den werten Herrn Schoss…
    Glück auf! :-)

    Phil,
    leider ist Hop Sing ein Mann und deshalb nicht multi tasking-fähig. Er kann entweder Klavier spielen oder kochen, aber nicht beides gleichzeitig.
    Anna, heute mal ein Chauvi :-)

    Olaf,
    ein kleiner Trost: Die Rolle des Hop Sing wird in Zukunft etwas ausgebaut werden. Aber in einer Sache muss ich Sie leider enttäuschen: Bonanza und Happy End, das werden zwei Welten sein, die sich auch weiterhin nicht so wirklich begegnen werden.
    Seufz.
    Das Leben ist hart und nicht rosig, auch auf der Ponderosa. Oder gerade dort. Nicht.
    Anna :-)

  5. Ettore Schmitz schreibt:

    Ungeachtet, vielstgeschätztes Froinnuehm, Sie Divignative!, der Frage, wo um Herrgotzack Sie sich jetzt wochenlang umhergetrieben haben mögen, muß ich womöglich doch eine winzigkleine Corrigenda anbringen. Herr Dir. Cartwright sen. nämlich, hat meines Wissens in der deutschen Synchronisation nie, niemals auch nur ein einziges Wort gesprochen, ohne ein baßtönendes stöhngleiches „Hhhrmn“ voranzusenden.
    Sehern Sie, das hörte sich dann so an: „„HHHRMN, LITTLE JOE! DAS WARS, DU ELENDER VERLEUMDER! OHNE ESSEN INS BETT, HHHRMN!“

    Gell Sie erinnern sich, gell?
    Ha ja!

    Busserl, Ihrn

    Sch(Hoss) Schmitz

  6. Anna Nuehm schreibt:

    Vielgeschätzter aus der Versenkung wie ein Tiger durch den Reifen springender Ettore,
    Sie haben absolut Recht.
    HHRRMN.
    HHRRMN.
    Wie konnte ich das nur vergessen!
    Schande!
    HHRMN. HHRRRRRRRÖMNÖMNÖMÖNÖM.
    Jetzt erinnnere ich mich auch daran. Das war immer meine Lieblingsstelle, das Hrmnmnmnm.

    Danke fürs Erinnern und alles und das Busserl auch.
    Küss die Hand,
    Ihre Bonanza- Nuehm

  7. Erdge Schoss schreibt:

    Und, liebes Fräulein Anna, hat Horst nun Little Joes
    Portion noch aufgegessen?

    Herzlich
    Ihr Sundance Schoss

  8. Anna Nuehm schreibt:

    Lieber Herr Schoss,
    natürlich und nicht nur das.
    Er verspeiste auch sämtliche Reste, die Tischdecke, einen Teil der Deko – Schwäne, ich sage nur Schwäne! – und die gesamte Wochenration für alle 39 Mitarbeiter der Ponderosa.
    Als dann die Sanitäter kamen, um das geplatzte Magengeschwür von Ben zu verarzten, aß er auch noch die Schnittchen, die Hop Sing für diese bereit gestellt hatte.
    Unfassbar!
    Ist das denn möglich?

    Herzlich
    Ihre Anna WätzWondering Nuehm

  9. Erdge Schoss schreibt:

    Selbstverständlich, liebe Anna. Und die Pferde können von Glück sagen, dass Hoss nicht den Schlüssel zum Stall fand. Weswegen allerdings quasi im selben Atemzug Adams putzige Kakadu-Voliere dran glauben musste. Was wiederum Adams Aussicht auf eine hübsche Federboa erheblich minderte.

    Herzlich
    Ihr Bronco Schoss

  10. Anna Nuehm schreibt:

    Lieber Herr Schoss,
    Hoss schreckt vor nichts zurück. In ganz schlimmen Zeiten konnten seine Brüder nur bei dreifach verriegelter Tür schlafen. Aber das war vor seiner Therapie.
    Man munkelt, dass er das Vorbild für „Hannibal Lector“ war und dass das Werk ehemals „Hoss, The Ponderosa Lector – Das Schweigen der belämmerten Rinder“ hieß.
    Aber nichts genaues weiß man nicht.

    Adam wird es auch ohne Federboa weit bringen, mindestens auf den 3. Platz bei der Miss Wahl in Miss Kittys Saloon.
    Herzlich
    Ihre Anna

  11. Erdge Schoss schreibt:

    Da kann mal wieder einmal sehen, liebe Anna, wie wichtig die Mutti generell und speziell für Hoss war oder gewesen sein muss. Wahrscheinlich war sie es, die stets ein warmes Wort oder eine leckere Hammelstulle für ihren Bub hatte.
    Ganz anders ohne sie, und wenn, dann undefinierbare Pampe, die am Löffel kleben blieb, oder immer und immer wieder Flühlingslolle ohne Fleischeinlage, stattdessen mit brackigem Kaktus und Präriegras. Dass da eine sensible Persönlichkeit wie Herr Hoss kurz vorm oder bereits am Durchdrehen ist, kann ihm ernsthaft niemand verübeln. Von den Hänseleien wegen seinem Hut einmal ganz abgesehen.

    Herzlich
    Ihr Buffalo Schoss

  12. Westpfalz-Johnny schreibt:

    „Ei ämm wott ei ämm..lalalalaaaa… dumdideldumdidel.“

    Sowas ähnliches habe ich doch im Saarland schonmal gehört!? Es muß letzten Sommer in, tjaähmmomentmalgenau, in Uchtelfangen bei Illingen gewesen sein!

  13. Anna Nuehm schreibt:

    Lieber Herr Schoss,
    Sie sagen es, „cherchez la maman“ heißt es nicht umsonst.
    Ohne Mama, wo kämen wir da alle hin? Nirgends.
    Dafür, dass der Gourmet Hoss von frühester Kindheit an, seine Mama wurde von ihm bei seiner Geburt nämlich erdrückt, brackigen Kaktusbrei essen musste, hätte alles noch viel schlimmer kommen können.
    Serienmörder. Oder Polygamist. So was in der Art eben.
    Herzlich
    Ihre Anna Freud :-)

    Herr Johnny,
    Ihre Sticheleien werden noch sehr ernsthafte Konsequenzen haben. Ich werde, wenn das so weitergeht, einen Schlüssel- und Enthüllungsroman schreiben. Mit Ihnen in der Hauptrolle.
    Wollen Sie das etwa?
    Anna :-)

  14. Pling *WERBUNG* schreibt:

    Frau Anna, Sie als Rasender Reporter mit der Enthüllungsstory in der Feder: *g* Das wäre ein Spaß zu lesen: http://www.personalnovel.de

    Herzlichst Ihre Tina

  15. Westpfalz-Johnny schreibt:

    Planen Sie tiefgreifende Enthüllungen?

  16. Anna Nuehm schreibt:

    Liebe Pling-Tina,
    ich als rasende Reporterin, das würde mir gefallen.
    Ich werde das umgehend ausprobieren!
    Herzlichen Dank
    Ihre Anna :-)

    Johnny,
    ein Saarländer hat immer ein Eisen im Feuer. oder zwei.
    Ich plane STÄNDIG irgendwelche Enthüllungen.
    Anna :-)

  17. Anna Nuehm schreibt:

    Tina, wundervoll! Wenn das mal kein Bestseller wird:

    Der Landarzt goes Pfälzer-Saarländer-Konflikt:

    „Johnny Westpfalz- Callaghan schnaufte lautstark. Wie konnte Anna von Nuehmhome nur auf diesen Unsinn kommen? Nun kannten die beiden sich schon seit zwei Stunden, doch so etwas hätte er ihr nie zugetraut.
    Die Sonne schien durch die hohen Fenster des ganz in Holz getäfelten Herrenzimmers. Das güldenblondblöndzliche Haar von Anna von Nuehmhome schimmerte beinahe unwirklich im Sonnenlicht. Tränen der Ohnmacht und der Wut stiegen in Johnny Westpfalz-s pfälzrigbraunblaugrünkarierte Augen.
    Sein Blick ging hinaus auf den Gemüsegarten, den seine Großmutter bereits angelegt hatte.
    All das sollte verloren sein? Das ganze Lebenswerk seiner Familie? Das stolze Landgut Callaghan Hall? Nur weil eine smarte Anwältin aus Aachen City nordwest Arkaden Südbahnhof/Mitte Ecke Kaiserplatz sich dafür hergab, eine Motocross-Teststrecke in dieser wunderbaren unberührten Landschaft Cornwalls bauen zu wollen?“

    To be continued…

  18. Statistik-Queen schreibt:

    Volltreffer, würd ich sagen :-)

  19. Anna Nuehm schreibt:

    Tina, das geht ja supereinfach. Ich weiß gar nicht, warum Leute, die ein Buch schreiben wollen, immer so herumjammern!
    Einfach ein paar Adjektive eingeben, Namen einfügen, fertig.
    Tztz.
    Anna :-)

  20. Ralph schreibt:

    Bonanza, long time ago, glory time of my childhood!

  21. Anna Nuehm schreibt:

    Ralph,
    Bonanza never dies. Und die Waltons auch nicht. Und Derrick auch nicht. Und Enterprise sowieso nicht.

    Little Nuehm :-)

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