Teil II der Trilogie: Der Hund ist der Freund des Menschen.

Nicht umsonst steht sehr oft in der Zeitung „Rentner oder Single von Hund angeknabbert“. Nie aber „Hund von Rentner oder Single angeknabbert“. Warum wohl? Ja, warum?
Eben, es ist allgemein bekannt, dass Rentner und auch Singles ziemliche Einzelgänger sind, die den ganzen Tag zu Hause hocken. Außerdem haben sie meistens nicht mehr so gute Zähne – besonders die Singles, da sie sich ausschließlich von Schokoriegeln ernähren – was das Anknabbern natürlich sehr erschwert. Man kann aber sagen, sie machen es sich ganz schön einfach damit, dass sie keinen Hund anknabbern. Sie gehen einfach den Weg des geringsten Widerstands und gut ist!
Nicht so der Hund. Der legt sich da ganz schön ins Zeug, tut das oftmals mit Widerwillen, denn viele Rentner – und auch Singles! – nehmen sehr viele Medikamente und schmecken bestimmt ganz schön komisch, mal ganz abgesehen von den Nebenwirkungen für die Hunde. Aber sie opfern sich auf, damit der Rentner – und auch der Single – ins Krankenhaus kommt und mal wieder mehr unter Menschen ist. Während sie selbst für diesen Zeitraum ins Tierheim müssen und sich dort furchtbar langweilen. Das nenne ich mal ein Opfer.
Oft sind die angeknabberten Rentner – manchmal auch die Singles – aber auch schon leicht vergammelt dahingeschieden und dann kommt das heroische Verhalten des Hundes leider auch noch zu spät. Was umso tragischer ist. Es gelingt vielen Hunden aber in diesen Fällen die Bestattungskosten sehr niedrig zu halten, denn man kann auf einen kleineren Sarg ausweichen und die Angehörigen sind oftmals sehr froh darüber. Auch wenn sie das nicht so offen zeigen wollen, aus Pietätsgründen.
Hunde zeigen ihre guten Eigenschaften auch in den Fällen, dass sie Menschen vor fahrende Autos zerren, wo ihnen dann ein Plattfuß gefahren wird. Sie hatten eben den Auftrag des Menschen bekommen, über die Straße zu gehen und Menschen sollten sich vielleicht lieber vorher überlegen, was sie wollen und sich nicht im Nachhinein beklagen. Solche Fälle regen die Menschen sehr zum Nachdenken an – vor allem, wenn sie später keine Schuhe in Größe 59 finden – und führen zu überlegterem Handeln, was auf lange Sicht für jeden Menschen erstrebenswert ist, für seine Selbstentwicklung, und auch für sein Karma.
Es gibt auch andere Beispiele, in denen Hunde unter Einsatz ihres Lebens in ein brennendes Haus zurücklaufen, um ihre Frolic-Packung zu holen, ihr Herrchen aber drinnen liegen lassen, was auf den ersten Blick vielleicht ein wenig egoistisch aussehen könnte, in Wahrheit aber vom Hund sehr logisch und gut durchdacht ist: Wenn Herrchen nicht mehr da ist, und danach sieht es aus, wenn dieses bereits qualmend und röchelnd in der Ecke liegt – wer füttert denn dann bitteschön den Hund? Niemand, sehen Sie.
Eben darum nimmt sich der kluge Hund in weiser Voraussicht seine Futterrationen mit, damit er die nächsten Tage ohne sein Herrchen auch gut übersteht, bevor er an einen anderen angeknabberten Rentner weitervermittelt wird.
Womit sich dieser wundervolle Kreislauf des Lebens schließt.

Über Liv Maxx

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10 Antworten zu Teil II der Trilogie: Der Hund ist der Freund des Menschen.

  1. Herzprinzessin schreibt:

    Hab deinen Blog heute erst entdeckt – und finde, du schreibst wunderbar erfrischend. Mag deine Texte. Das kannste auf jeden Fall. =)

  2. Anna Nuehm schreibt:

    Danke, Herzprinzessin. Das freut mich. :-)

  3. netter, nicht unbedarfter Kerl schreibt:

    Bei englischen Bulldoggen wurde der Oberkiefer so „zurueck“ gezuechtet, dass der Unterkiefer darunter hervorragt. Daher auch der unique look. Das hat den Sinn, dass die Bulldogge beim verbeissen noch atmen kann. Ansonsten ist die englische Bulldogge phlegmatisch und hat eine geradezu goettliche Gesichtsmimik.

  4. Anna Nuehm schreibt:

    Manchmal haben sogar Menschen diesen Unterbiss, netter, nicht unbedarfter Kerl. Und das sieht nicht gänzlich unattraktiv aus..
    ich schließe aus Ihrer Begeisterung für englische Bulldoggen, dass Sie selber eine solche besitzen?
    Ich hätte ja eher auf nen Irischen Wolfshund getippt.
    :-)

  5. textorama schreibt:

    Hab ichs schon geposted?

    ab 1:33 kommt die Stelle mit demHund und dem Keks, aber der Rest davor ist einfach nur fabelhaft.

    schusslig,
    Ihr textorama

  6. textorama schreibt:

    Was das Hunde beissen angeht: ich habs mir nie wirklich angewöhnt, denn ich stehe einfach nicht auf einen Mund voller Haare, Zecken, Flöhe und den ganzen Scheiß in den sich die dämliche Töle den ganzen Tag hineinwälzt. Nein, danke!
    Auch von Hunden lasse ich mich bestenfalls freundlich und besonders zart anbeissen oder bekanbbert. Anderes bekommt weder mir noch dem Hund.

    Ein Hund hat für mich einen besonders großen Nachteil: er ist keine katze.

    Ihr textorama

  7. Anna Nuehm schreibt:

    danke, textorama, wirklich witzig.. evil giraffe..
    Die Stelle mit dem Hund deutet aber auch an, wie gerissen Hunde sind. Man beachte seine Argumentation..
    :-)
    Sehen Sie, auch Sie machen es sich einfach mit dem Nichtankabbern.. Wie alle!

    Dass ein Hund keine Katze ist – da wäre ich mir mal nicht so sicher.
    Hunde sind die besseren Katzen!
    *haha

  8. textorama schreibt:

    Hunde sind andere Katzen. Nicht bessere. Und Katzen sind besessenere Hunde – vielleicht. Oder auch nicht. Wer kann das schon sagen.

    Ihr textorama

  9. Erdge Schoss schreibt:

    Waidmannsheil, liebe Anna, haben Sie auch Wild & Hund abonniert?

    Herzlich
    Ihr Dauerfeuer Schoss

  10. Anna Nuehm schreibt:

    „Katzen sind besessenere Hunde“ – genial. Das stick ich mir auf mein Sofakissen, danke Herr textorama.

    Lieber Herr Erdge,
    natürlich. Genauso wie „Wein und Weib“, „Mann und Maus“ und „Wissenswertes über Hundedressur, Katzenfrisuren und Reiterhosen bei Frauen ab 45.“
    Aber danke für den Tipp, Sie Tausendsassa!

    Herzlich
    Ihre Anna

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