Nichts mehr

hier an dieser Stelle übers Schreiben, übers Nichtschreiben, dass mir nichts einfällt, warum ich nicht schreibe, ob ich es doch tue, warum, weshalb, wozu. Denn:
Es nervt.
Vor allen Dingen und an erster Stelle: mich.
Und an zweiter Stelle vermutlich meine drei Leser, ausgenommen meine Mutter und mich selbst – wenn es diese überhaupt noch gibt.
Kann ja wohl nicht wahr sein, dass ich klinge wie eine personifizierte hundertjährige Schreibblockade und so aussehen will ich ganz bestimmt auch nicht. Menschenskinder, Nuehm, reiß dich mal zusammen. Die Welt wird nicht untergehen, wenn du nichts schreibst und wenn du schreibst, vermutlich auch nicht!
Einen Blog zu führen und darüber zu sinnieren, ob man schreiben soll? Wie bescheuert ist das denn?
(Kopf–> Tischplatte)
Entweder man schreibt – oder man lässt es bleiben! So einfach ist das!
Und für diese Wahnsinnserkenntnis habe ich nicht einmal fünf schlappe Jahre gebraucht, ist das nicht wundervoll??!!! (Kopf–> Wand)

Ständig dieses Schreibgejaule! „Ich kaaaaaaaaaaaannn es niiiiiiiiiiihicht, jaul, jammer…. Es geeeeeeeeeeeeeeht einfaaaaaaaaaaaaach niiiiiiiiiiihiihihihicht! Schluchz, mir fällt einfach niiiiiiiiiiiichts eiheiheiiiiiiiiiiiin, jauuuuuuuuuuul. Ihr Götter des Olyyyyyyyyympos, Peeeeeegasus, geflügeltes Dichterpferd, wo bist duhuuuuu?“

Ich mache mir wirklich schwere Vorwürfe.
Hätte ich schlecht geschrieben, so richtig schlecht, so dermaßen grottenmiesabgrundtief schlecht – ja, auch das wäre wundervoll gewesen. Nicht für mich, aber für die Leute, die hier vorbeikommen, die sich nen Ast abfreuen. „Haha, schreibt die schlecht. HAHAHA. Wenn ich jemals so schlecht… muahahaha, kann ich froh sein, dass ich soooo gut schreibe und nicht solche schreibtechnischen Katastrophen fabriziere… hihihi.“
Und hätte ich wirklich richtig gut geschrieben, lustig, mitreißend, faszinierend – wäre das natürlich toll gewesen! Die Leute, die hier vorbeigezogen wären, die sich meine Blogartikel auf den Hintern tätowieren ließen, vor lauter Begeisterung, mir anonym haufenweise Waschmaschinen geschenkt hätten. Und ich mittendrin, von Preisen überhäuft mit einem Extrazimmer für all meine Lorbeerkränze – all das wäre so schön gewesen.
Das Eine genauso wie das Andere.

Aber was habe ich getan? Ich wage kaum, es zu schreiben.
Ich fühle mich wie Nero, der berühmte Kaiser, dem sein Freund Petronius eine Abschieds-Email schreibt:
„Dass du Rom in Brand… blabla… und die Sache mit den Christen… blabla… alles halb so wild. Und deine Frau und deine Mudder…. bla… Aber was ich dir nie verzeihen werde: Du hast mich unsagbar gelangweilt! Nero, langweile die Welt nicht länger mit deinen schlechten Gedichten! See you soon, dein Homie Petronius.“
Ich habe Unentschuldbares getan: Ich habe gelangweilt. :-(

Und mit diesen dramatisch-poetischen Worten, eines Blog-Neros würdig, fahre ich in den hiesigen Zoo um mich dort den Löwen jetzt in die Stadt um mir einen bis fünfzig dieser modernen Schreibratgeber zu kaufen:
„Nicht nur schnarchimäßig langweilen, sondern die Leser total in den Wahnsinn treiben. Bloggen mit mehr als 300 PS!“

Man liest sich…
Eure Anna :-)

Über Liv Maxx

I love Writing.
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6 Antworten zu Nichts mehr

  1. Matt schreibt:

    Ich sitze schon angeschnallt in meinem Schleudersitz und bin bereit. Aber so was von.

  2. Anna Nuehm schreibt:

    Ausverkauft. Das Buch war ausverkauft. Aber schnallen Sie sich trotzdem an, sicher ist sicher. :D
    Ist Bloggen eigentlich noch in? Oder out? Oder so out, dass es schon wieder in ist?

  3. Matt schreibt:

    Das sollte Ihnen pimpe sein, ganz grundsätzlich.

  4. Anna Nuehm schreibt:

    Manchmal bewundere ich Sie einfach nur, ganz grundsätzlich.

  5. Matt schreibt:

    Sie beleidigen ja noch subtiler als German Psycho.

  6. Anna Nuehm schreibt:

    Haha, danke! Ich würde mich jetzt gerne sehr geschmeichelt fühlen – aber ich hatte das völlig ernst gemeint! Wirklich.

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