Romane schreiben: in bester Gesellschaft

Man hat gute Chancen, wenn man einen Roman schreibt: gute Chancen verrückt zu werden.
Denn es ist so gesellig. Man ist immerzu in bester Gesellschaft: mit sich selbst. (Habe ich das gerade von Oscar Wilde geklaut oder bin ich selbst so originell?)

Diese schöne Tradition stammt aus der Steinzeit, wo man die armen Teufel, die für das Schreiben von Geschichten zuständig waren, einfach in eine Höhle gesperrt hat, mit einem Stückchen Holzkohle und ein bisschen Trockenfleisch. Die Höhlenmalereien von Lascaux – aus purer Verzweiflung entstanden. Oder glaubt jemand ernsthaft, das hätte einer freiwillig gemacht?!
Schreiben ist ein bisschen so, als würde man in einem leeren Fass sitzen, mit geschlossenem Deckel, aber irgendjemand hat das Echo ausgeschaltet. Ach ja, und natürlich sind die Klapperschlangen dabei. Ohne die funktioniert es nicht.
Man schreibt und denkt so vor sich hin, aber es gibt kein Echo. Null. Das ausgeknipste Echo schallt mit seiner Lautlosigkeit schlimmer als ein schwarzes Loch!
Es hallt so lautlos laut, dass alle Gehirnwindungen in sich zusammenfallen. Jeder Gedanke implodiert, wird zu einer lächerlichen Kritzelei an der persönlichen Höhlenwand. Es hallt, als wäre das Gehirn ein Gong und der Klöppel ist man selbst. Erst dröhnt der Kopf, dann der ganze Körper. Am Ende hat man sich in einen vibrierenden Riesengong auf zwei Beinen verwandelt.

Irgendwann nimmt MacGyver den Deckel ab:
„Zeig mal, was du geschrieben hast, Nuehm. Was? Nichts? Du sitzt vier Wochen in diesem Fass und hast nichts geschrieben? Ah, doch, ein Wort, sehr schön: „Hallo.“ Hm. Aber ich habe doch die ganze Zeit die Tasten von deinem Laptop klackern gehört?“
„Das waren die Klapperschlangen, MacGyver.“ zische ich.
„Übrigens, Chuck Norris hat in zehn Minuten eine dreißig teilige Familiensaga über 90.000 Seiten geschrieben. Sie wird von Tarantino verfilmt und Christoph Waltz spielt alle 700 Nebenrollen. Ist das nicht fantastisch? Was ist? Warum zitterst du so? Wo kommt diese Axt plötzlich her?! Leg sofort die Axt wieder hin, Nuehm! Aaaaaaaaaaaaah!“

Über Liv Maxx

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