Spocht ist Mochd

Aus mir total unverständlichen Gründen wachte ich heute morgen um halb acht auf, kochte mir einen Kaffee und ging ganz spontan schwimmen. Einfach so.
Kann sein, dass es mit dieser seltsamen optischen Täuschung zusammenhing, die mir dieses glitzernde Ding zuwarf, das im Bad hängt und im Volksmund auch „Spiegel“ genannt wird. „Nee, nee, so nicht! Nehm ich nicht, kauf ich nicht, bin ich nicht, mein Freund!“ sagte ich, schlug den Spiegel zusammen und schlüpfte in meinen leise ächzenden Bikini.
Im Freibad angekommen sah ich mir erst mal an, wie das funktioniert mit diesem Schwimm-Ding.
Aha, alle springen ins Becken hinein und machen dann so komische Bewegungen. Hihi, das ist nicht nur einfach, sondern auch lustig.
Ich nehme also Anlauf, renne ein paar hundert Meter und dann PARDAUZ – oldschool, isn’t it? – lande ich mit einem knallenden Bauchplatscher – auf dem Betonboden. Des Babybeckens, wie mir der herbei eilende Bademeister versicherte. Nur dreißig Zentimeter hoch. Ach so. Deshalb also diese unerträglichen, wahnsinnigen, na, fast könnte man sagen, sich ein kleines bisschen wie Schmerzen anfühlenden seltsamen Impulse in meiner kompletten Bauchregion, formerly known as: The Taille.
Ich humpelte dann zum Schwimmerbecken, ließ mich langsam hineingleiten und wollte eigentlich – da schoss von rechts ein kaulquappenähnliches Geschoss herbei, torpedierte mich, ich sank nach links, da rollte von vorn die bademützige Kampfschwimmer-Oma heran, ich kam unter ihre sich wie Schiffsschrauben drehenden Arme, wurde unter Wasser gedrückt, sank wie ein Stein zu Boden und – wurde zum Glück vom aufmerksamen Bademeister gerettet.
„Wir bieten auch Nichtschwimmer-Kurse an“, sagte er, nachdem er mich eine halbe Stunde Mund-zu-Mund beatmetet hatte. Unter der staunenden Anteilnahme der gesamten Schwimmbad-Bevölkerung.
„Ich kann schwimmen!“, sagte ich. „Ich habe nur gerade vergessen, wie das geht.“
„Verstehe“, sagte er. „Alles klar.“
So weit meine Schwimmerfolge.
Aber die Pommes, die ich im Schwimmbad-Kiosk kaufte und auf dem Nachhauseweg verspeiste, waren echt spitze.

Über Liv Maxx

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5 Antworten zu Spocht ist Mochd

  1. crischo schreibt:

    Bei so viel Schwimmtalent solltest Du unbedingt eine Stange aus Luft ins Urlaubsgepäck packen, zum daran festhalten beim Walfischreiten. Dort gibts prima Gänsekonfitüre übrigens !

  2. Anna Nuehm schreibt:

    Woah, ich sags dir… will man mal eben kurz mit dem Auto über den TÜV huschen, soll das angeblich 1000 Euro kosten! *tot umfall
    Bremsen, Auspuff – it’s all in the ass! Can’t believe it! :-(((

  3. crischo schreibt:

    Huch, ein Freud’scher Versprecher – Wellen wollte ich sagen – nicht Walfisch – Wellen ! Langsam hereinrollende, sanft geschwungene Hügel und Täler, formvollendet wie – hm denk Dir selber was – langsam vorbeiwogend und weit auslaufend, lassen sie den Geschmack von Salz und Meer auf der Zunge zurück, falls man es schafft wieder aufzutauchen…
    Gänsekonfitüre – klar, der gallische Kulinarist gewinnt aus Gänsen zuerst einmal die gestopfte Leber. Was aber macht er mit dem drumrum ? Genau, er kocht es ein und zwar in Gläsern und nennt das ganze dann Confit d’Oie. Gibt’s auch in der Geschmacksrichtung Confit de Canard, wobei er es dann aber aus Enten herstellt. Das ganze ist so fettreich, dass man es vorzugsweise auch als Sonnencreme verwenden kann oder noch besser: Statt Melkfett vor dem Wellenreiten als Isolierschicht gegen die angenehm erfrischenden Atlantiktemperatür ganzkörperlich auftragen, verhindert es die schnelle Auskühlung, falls man mal aufs offene Meer hinausgetrieben wird.
    Noch ein Kulinarier-Tip am Rande. „Frisch aus dem Meer“ beschreibt im Muschelrestaurant nicht die vermutliche Haltbarkeit der servierten Meerestiere, sondern die Zubereitungsart. Diese wird über die Austern hinaus auf alles was der lokale Fischer des morgens angeliefert hat ausgedehnt. Man erkennt es am Zurückzucken der kleinen Meeresschnecken beim Aufspiessen mit der Schneckennadel. Nur gezieltes rasches Vorgehen ermöglicht es dem hungrigen Feinschmecker das sich wiederstrebende kleine Lebewesen aus dem Häuschen heraus, in die Knoblauchcreme und schließlich in den eigenen Schlund zu befördern.
    Wundere Dich aber nicht, wenn Dein Liebster Dich in den darauffolgenden 24 Stunden nicht mehr in Ruhe lässt und immer nur eines will ! Das kommt von der Eiweißüberdosis.

  4. crischo schreibt:

    @lautleise water-boarding in lauwarmem Wasser ? So darf man bestenfalls die gemeine Pfälzer Weinbergschnecke behandeln !
    @Frau Nühm da staunst Du? Ja, nicht nur habe Ich die 7 Meere nicht bereist sondern bin auch mir fast allen Wassern gewaschen !
    Dank meines eisernen Gedärmes schreck‘ ich vor keinem Gaumenschmaus zurück.

  5. MolGugge schreibt:

    mit dem über das Wasser gehen sollte man vorsichtig sein, das kann auch schief gehen und feucht enden, überhaupt, wenn da noch Nahrungsmittel (-reste) mit ins Spiel kommen! (http://www.venganza.info/bilder/banane.gif)

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