Blick in die Hölle. Blick in den Himmel. Who knows?

Nun ja, der geneigte Leser kann an der Überschrift eventuell meinen emotionalen Status ablesen. Natürlich nur, wenn er spirituell veranlagt, hellsichtig, höchstsensitiv und im besten Fall ein Geistheiler ist.
Seltsamerweise bringt mich das Ende meines „Romans“ nicht dazu, mit Luftschlagen zu werfen oder Fässerweise Sekt zu trinken. Sondern dumpf in meine Textdateien zu starren und mich als unbegabter Idiot zu fühlen. Das kann doch alles nicht wahr sein. Das ist doch alles nicht wirklich ein Roman, sondern pubertäres Geschwafel einer abgewrackten Exgermanistin, die sich auch mal als Thomas Mann fühlen wollte. Aber alles, was rauskam, war Thommi Männchen.
Das kann man doch keinem zumuten. Und wo zahlreiche Schreiber sich gerne rühmen, weil ihre 500 Verwandten ALLE ALLES LIEBEN, was sie so schreiben, kann ich nur sagen:
Nee, is nich.
Meine Verwandten? Sie würden mich killen, grillen, teeren, federn, verbrennen, aus der Stadt jagen und abknallen, wenn sie wüssten, was ich fabriziert habe. Sogar die Vegetarier unter ihnen. Gerade die würden mich wahrscheinlich sogar essen wollen. Auf Toast. Mit Heinz Curry-Ketchup und einem Gürkchen im Mund.
Es darf auf keinen Fall jemals irgendjemand diesen Roman lesen! Ich kaufe mir gleich morgen einen Tresor und schließe das Zeug darin ein. Und dann werfe ich den Schlüssel weg, jawoll.

Das war gestern. Wegen erwiesener leicht destruktiver Tendenz löschte ich den Beitrag. Heute isser wieder da.
Und mit ihm meine stoische Gelassenheit, das Ding aka Roman einfach abzuwickeln. Es anzubieten, diplomatische Bewerbungsbriefe zu schreiben, („Dieser Roman wird Sie mehr erschüttern als fünf Erdbeben, 200 Orgasmen und der Untergang der Titanic. Und das alles simultan. Wie, Sie wollen ihn nicht lesen?? Ich geb Ihnen gleich „nicht lesen“! Ich habe fast meine Ex-Schwiegermutter umgebracht, um diesen Roman zu schreiben! Sie lesen das Zeug jetzt! *Kopf auf Tischplatte knall. Aber plötzlich! Oh, Entschuldigung, Sie bluten. Taschentuch? Hab auch Ihre Initialien eingestickt.“)
und auch ein schönes Exposé: „Also, das Ding fängt an, dann gibt es die Mitte, ziemlich lang, darin habe ich mehrere Durchhänger, Cliffhänger, Plot-Points, Pitchpoints und noch viele andere geheimnisvolle Points versteckt. Und dann, wie aus dem Nichts, wie eine plötzlich fleischgewordene Schimäre: der Schluss. Einfach so. Bumm, zack, aus. Ihnen wird die Kinnlade fallen, ich schwör’s Ihnen! LESEN! SIE! JETZT!!“)
Nun denn, die anderen kochen auch alle nur mit Wasser, was solls?!* schulterzuckend ins Off.
Freunde, wenn ihr es noch nicht wusstest, wisst ihr es jetzt:
Das Leben ist zu kurz, um sich ständig in die Hosen zu machen!!
Also: Piss off, take off or fuck off! (Was immer das bedeuten soll, aber klingt gut, oder?!)

Freundlichst Anna Nuehm

Über Liv Maxx

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